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Der Schreibusus der städtischen Kanzlei Straubing im 14. Jahrhundert

Ein Beitrag zur historischen Stadt- und Kanzleisprachenforschung

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Christopher Kolbeck

Der Autor verknüpft stadtsprachliche und kanzleisprachliche Historiolinguistik durch die sprachwissenschaftliche Edition historischer Urkunden und deren linguistische Auswertung. Graphematische, morphologische und onomastische Untersuchungen erschließen den Schreibusus der städtischen Kanzlei Straubing im Übergangszeitraum vom Mittelhochdeutschen zum Frühneuhochdeutschen.

Dadurch ist dieses Buch auch ein Beitrag zur Soziopragmatik und ihrer elementaren Frage «Wie kommuniziert wer wann warum?», die es durch Analysen ausgewählter Phänomene im Hinblick auf Varianz zu beantworten gilt.

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2. Der Schreibusus der städtischen Kanzlei Straubing im 14. Jahrhundert

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2.1 Korpusauswahl

Die für die Korpusauswahl notwendige, zweieinhalbjährige Recherche umfasste den Besuch in städtischen, staatlichen und bischöflichen Archiven u.a. in Regensburg, Straubing, Dingolfing, Passau, Landau, Landshut, Cham, München, Amberg, Prag, Den Haag und Wien, da in diesen Beständen auf Grund der wirtschaftlichen und politischen Verflechtungen Urkunden der Stadt Straubing zu erwarten waren. Zudem wurden – da die Zentralisierung der Urkunden in das Hauptstaatsarchiv München wegen des noch bis ins 20. Jahrhundert angewendeten Pertinenzprinzips und der daraus folgenden, unorganisierten Vermischung gesammelter Bestände – alle Märkte und Städte in Niederbayern und der Oberpfalz postalisch angeschrieben, was die Recherchen im Hauptstaatsarchiv München durch die teilweise sehr hilfreichen Hinweise erleichterte.

Die Auswahl eines geeigneten Untersuchungskorpus gestaltete sich sehr schwierig, da allein im Stadtarchiv Straubing bis ins 14. Jahrhundert etwa 250 Urkunden u.a. von Privatpersonen erhalten sind, die sich kaum einer Schreibstätte, geschweige denn einer Kanzlei zuordnen lassen26. Unter anderem urkundeten Richter, Pröbste, Kämmerer, Ritter, Adelige teilweise offizielle, aber meist private Angelegenheiten wie Verkäufe oder Hinterlassenschaften, oftmals siegelten sie auch für Angehörige anderer Stände, die kein Siegel besaßen.

Als ausschlaggebendes Kriterium zur Korpusbildung wurde somit das Siegel der Stadt Straubing oder des jeweiligen Stadtschreibers festgelegt. Nur so war sicherzustellen, dass die jeweilige Urkunde vom Stadtschreiber z.B. im Namen der Stadt, des Rates der Stadt Straubing oder im Auftrag von höhergestellten Bürgern als offizielle Amtssache der Stadt Straubing ausgestellt...

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