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Paul Zechs Exilwerk

Zwischen postkolonialer Anerkennung und exotistischer Vereinnahmung indigener Völker Lateinamerikas

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Kora Busch

Aus einem neuen Blickwinkel analysiert diese Untersuchung die Ebene, die sich hinter den Exotismen des (Exil-)Werks Paul Zechs verbirgt: Die vehemente Kritik der anhaltenden Vertreibung indigener Völker verbunden mit der Monierung der Umweltzerstörung des industrialisierten Menschen. Unter Heranziehung postkolonialer und ökokritischer Theorien, hybrider Modelle und Alteritätskonzepte interpretiert die Autorin veröffentlichte und unveröffentlichte Exiltexte Zechs. Dabei zeigt sie auf, wie sich die untersuchten Werke in eine Reihe von Medien neueren Datums einfügen, die zwischen kolonial-exotistischem Begehren des Fremden und Anerkennung kultureller Andersheit beziehungsweise Gleichwertigkeit changieren.

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5. Die Werkanalyse

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5.  Die Werkanalyse

5.1  Erkenntnisinteresse und Analysekriterien

Für solche Landfahrten hat der Wald kein Ende, wie er ja auch für die Indios dort erst zu Ende geht, wo die Weissen siedeln, wo sie ihre Maschinen und Bohrtürme installieren und ihre grossen Städte Mauerwerk gen Himmel türmen.615

Das Erkenntnisinteresse vorliegender Untersuchung ist es, Zechs Exilprosa anhand ausgewählter Texte zwischen den Paradigmen kolonial und postkolonial zu verorten. Unzweifelhaft werden der Kolonialismus und seine Nachwirkungen im 20. Jahrhundert in Zechs Exilwerk immer wieder explizit thematisiert und kritisiert, sodass davon ausgegangen werden kann, dass Zech (neo-)kolonialen Systemen ablehnend gegenüberstand. Die Frage ist jedoch, in welchen Punkten die Texte ungeachtet dieser kritischen Einstellung kolonialdiskursive Strukturen und Topoi (ungewollt) weiterführen. Um dies zu beurteilen, sollen im Folgenden die wichtigsten Merkmale kolonialer und postkolonialer Diskurse noch einmal prägnant dargelegt werden.

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