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Versorgungssicherheit und Kapazitätsmechanismen im deutschen Strommarktdesign

Erkenntnisse aus internationalen Erfahrungen

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Maj-Britt Mattke

Das Buch widmet sich dem deutschen Strommarkt und der Herausforderung, ein ideales Gleichgewicht zwischen den anteilig abnehmenden konventionellen Kraftwerken und den zunehmenden erneuerbaren Erzeugungsanlagen zu erreichen. Durch die meteorologisch abhängige Einspeisung regenerativer Energien bildet das Thema der Gewährleistung von Versorgungssicherheit im zukünftigen Energiesystem den Mittelpunkt kontroverser Diskussionen. Ein Kapazitätsmechanismus als ergänzendes Absicherungsinstrument zum Strommarkt stellt eine Möglichkeit dar, mit der der Versorgungssicherheitsdebatte begegnet werden kann. Um einen für Deutschland adäquaten Ansatz zu ermitteln, betrachtet die Autorin internationale Modelle (Schweden/USA), die auf Basis eines Kriterien-Vergleichs ein geeignetes Instrument abbilden könnten.

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3 Maßnahmen zur Gewährleistung von Versorgungssicherheit

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3  Maßnahmen zur Gewährleistung von Versorgungssicherheit

Einigkeit besteht darin, dass die Implementierung eines Kapazitätsmechanismus derzeit nicht notwendig sei.18 Dennoch ist die Gewährleistung der langfristigen Stromversorgungssicherheit eine hochbrisante Thematik der energiewirtschaftlichen Debatte. Auf Basis des vorigen Kapitels wird angenommen, dass der derzeitige Strommarkt langfristig keine ausreichenden ökonomischen Anreize für den Bau von Neuanlagen und den Erhalt bestehender konventioneller Kraftwerke in Aussicht stellen kann. Eine zukünftig sicher gewährleistete Stromversorgung wäre damit gefährdet und würde die Einführung eines ergänzenden Marktdesigns in Form von Kapazitätsmechanismen rechtfertigen (vgl. Bucksteeg et al. 2014, S. IV). Doch bevor eine Implementierung eines solchen Mechanismus umgesetzt wird, sollten schnell realisierbare Maßnahmen im Bereich Flexibilität und EU-Binnenmarktintegration den EOM für eine Übergangsperiode optimieren. Welche Maßnahmen für einen erzeugungs- sowie nachfrageseitig sicheren Strommarkt sowohl kurz-, als auch langfristig erforderlich sein könnten, wird nachfolgend diskutiert.

3.1  Flexibilitätsoptionen und Europäische Binnenmarktintegration

Um kurzfristig einen optimalen Kraftwerkseinsatz und damit ein hohes Maß an Versorgungssicherheit in einem sich verändernden Marktumfeld zu garantieren, hat die Internationale Energieagentur (fortan IEA) zeitweilig einsetzbare, flexibilitätsfördernde Instrumente entwickelt, die den besonderen Anforderungen an ein optimales Stromversorgungsniveau mit zunehmenden EE-Anlagen gerecht werden. Der Fokus liegt dabei auf der Fähigkeit des Systems, flexibel, schnell und bedarfsgerecht auf Versorgungsengpässe zu reagieren und einen positiven Beitrag zu einer stabilen Stromversorgung zu leisten (vgl. IEA 2014, S. 13). Von...

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