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Die Zukunft der Mehrsprachigkeit im deutschen Bildungssystem: Russisch und Türkisch im Fokus

Edited By Cemal Yıldız, Nathalie Topaj, Reyhan Thomas and Insa Gülzow

Etwa die Hälfte der Menschen weltweit ist mehrsprachig und auch in Deutschland verwenden rund zwanzig Prozent der Einwohner neben Deutsch noch eine weitere Familiensprache, meist Russisch und Türkisch.

Die Tagung «Die Zukunft der Mehrsprachigkeit im deutschen Bildungssystem: Russisch und Türkisch im Fokus» hatte zum Ziel, einen Beitrag zur gegenwärtigen Forschung und Praxis des Türkischen und des Russischen im Bildungskontext zu liefern. Außerdem sollte der Austausch zwischen Experten aus der Mehrsprachigkeitsforschung, aus Bildungseinrichtungen, der Bildungspolitik und Migrantenverbänden gefördert werden. Der Tagungsband enthält Beiträge von internationalen Experten auf dem Gebiet sowie die gemeinsamen Pressemitteilungen der Veranstalter und das im Rahmen der Tagung entstandene «Berlin-Brandenburger Positionspapier zur Mehrsprachigkeit im deutschen Bildungssystem».

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3. Berlin-Brandenburger Positionspapier zur Mehrsprachigkeit im deutschen Bildungssystem

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In der Diskussion um die Mehrsprachigkeit im deutschen Bildungssystem weichen die sprach- und erziehungswissenschaftlichen Erkenntnisse häufig von der Herangehensweise der Politik und dem Tenor der gesellschaftspolitischen Debatte ab. Einer Initiative des Zentrums für Allgemeine Sprachwissenschaft Berlin folgend, wenden wir uns als eine Gruppe von Wissenschaftlern und Bildungsexperten aus der Praxis mit den folgenden vier Thesen im Vorfeld der Konferenz Die Zukunft der Mehrsprachigkeit im deutschen Bildungssystem: Russisch und Türkisch im Fokus (03. + 04. März 2016) an die Öffentlichkeit.

1. Die Sprachen der Zuwanderer müssen angemessen im Sprachenangebot des deutschen Bildungssystems repräsentiert sein

Die sprachlichen Ressourcen von rund einem Drittel aller Schülerinnen und Schüler bleiben bislang weitgehend ungenutzt. Noch immer spielen viele Sprachen der Zuwanderung eine marginale Rolle im Schulsystem. Als „herkunftssprachlicher Unterricht“ oder „muttersprachlicher Unterricht“ werden sie in den meisten Bundesländern in den Nachmittag verbannt, führen als AGs ein kümmerliches Dasein und bleiben unbenotet. Gleichzeitig hat der Europäische Rat bereits im März 2002 das Erlernen der Grundkenntnisse von zwei weiteren Sprachen durch alle Bürgerinnen und Bürger als sprachenpolitisches Ziel formuliert. Auch die Kultusministerkonferenz empfiehlt 2011 in einem Papier die Stärkung der Fremdsprachenkompetenz sowie 2013 bilingualen Unterricht. Diesem Ansatz folgend sprechen wir uns entschieden dafür aus, das schulische Sprachenangebot um Sprachen der Zuwanderer zu erweitern. Der Sprachenunterricht, insbesondere in den großen Sprachen der Zuwanderer wie Türkisch, Russisch, Polnisch,...

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