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Die Zukunft der Mehrsprachigkeit im deutschen Bildungssystem: Russisch und Türkisch im Fokus

Edited By Cemal Yıldız, Nathalie Topaj, Reyhan Thomas and Insa Gülzow

Etwa die Hälfte der Menschen weltweit ist mehrsprachig und auch in Deutschland verwenden rund zwanzig Prozent der Einwohner neben Deutsch noch eine weitere Familiensprache, meist Russisch und Türkisch.

Die Tagung «Die Zukunft der Mehrsprachigkeit im deutschen Bildungssystem: Russisch und Türkisch im Fokus» hatte zum Ziel, einen Beitrag zur gegenwärtigen Forschung und Praxis des Türkischen und des Russischen im Bildungskontext zu liefern. Außerdem sollte der Austausch zwischen Experten aus der Mehrsprachigkeitsforschung, aus Bildungseinrichtungen, der Bildungspolitik und Migrantenverbänden gefördert werden. Der Tagungsband enthält Beiträge von internationalen Experten auf dem Gebiet sowie die gemeinsamen Pressemitteilungen der Veranstalter und das im Rahmen der Tagung entstandene «Berlin-Brandenburger Positionspapier zur Mehrsprachigkeit im deutschen Bildungssystem».

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Dr. Werner Frey (ZAS Berlin)

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Dr. Werner Frey

(ZAS Berlin)

Sehr geehrter Herr Botschafter,

sehr geehrte Mitglieder des Deutschen Bundestages und des Berliner Abgeordnetenhauses,

sehr geehrter Herr Generalkonsul,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

einer der drei Veranstalter dieser Tagung ist, wie Sie wissen, der Berliner Interdisziplinäre Verbund für Mehrsprachigkeit, kurz BIVEM, angesiedelt am Zentrum für Allgemeine Sprachwissenschaft in Berlin, dem ZAS. Dessen Direktor, Herr Prof. Manfred Krifka, ist in diesen Wochen auf Forschungsreise in Vanuatu im Südpazifik, um dort die austronesische Sprache Daakie zu erforschen und zu dokumentieren. Daher habe ich das große Vergnügen, Sie im Namen des ZAS begrüßen zu dürfen.

Wie von dem Herrn Botschafter und von Herrn Prof. Yıldız und meiner Kollegin Frau Prof. Gagarina hervorgehoben, ist mehrsprachig zu sein eine Bereicherung, für jeden Einzelnen, aber auch für die Gesellschaft. Mehrsprachigkeit wird daher zumindest im wissenschaftlichen Diskurs inzwischen als normal und auch als unterstützungswürdig angesehen – zum Teil sogar mit dem Argument kognitiver Vorteile. Aber auch unter Wissenschaftlern gibt es Stimmen, die die Förderung von Erstsprachen, die weder in der Schule noch auf dem Arbeitsmarkt unmittelbar Vorteile bringen, als eine Vergeudung von Ressourcen betrachten. Aber der Reichtum der Mehrsprachigkeit besteht eben nicht nur in den breiteren Möglichkeiten der Kommunikation. Eine Sprache stellt auch einen Zugang zu einer Kultur dar, ja, manche nehmen an, dass die verschiedenen Sprachen sogar eine...

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