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Die Zukunft der Mehrsprachigkeit im deutschen Bildungssystem: Russisch und Türkisch im Fokus

Edited By Cemal Yıldız, Nathalie Topaj, Reyhan Thomas and Insa Gülzow

Etwa die Hälfte der Menschen weltweit ist mehrsprachig und auch in Deutschland verwenden rund zwanzig Prozent der Einwohner neben Deutsch noch eine weitere Familiensprache, meist Russisch und Türkisch.

Die Tagung «Die Zukunft der Mehrsprachigkeit im deutschen Bildungssystem: Russisch und Türkisch im Fokus» hatte zum Ziel, einen Beitrag zur gegenwärtigen Forschung und Praxis des Türkischen und des Russischen im Bildungskontext zu liefern. Außerdem sollte der Austausch zwischen Experten aus der Mehrsprachigkeitsforschung, aus Bildungseinrichtungen, der Bildungspolitik und Migrantenverbänden gefördert werden. Der Tagungsband enthält Beiträge von internationalen Experten auf dem Gebiet sowie die gemeinsamen Pressemitteilungen der Veranstalter und das im Rahmen der Tagung entstandene «Berlin-Brandenburger Positionspapier zur Mehrsprachigkeit im deutschen Bildungssystem».

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Frau Aydan Özoğuz (Staatsministerin, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration)

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Frau Aydan Özoğuz

(Staatsministerin, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration)

Sehr geehrter Herr Botschafter,

sehr geehrte Teilnehmerinnen und Teilnehmer,

ich danke Ihnen sehr für die Einladung zu dieser Konferenz. „Das Gehirn hat Platz für viele Sprachen.“ Diesen Satz hat die Sprachwissenschaftlerin Gudula List geprägt. Und dieses Motto sollte uns leiten, wenn wir über Mehrsprachigkeit diskutieren.

Die Sprachförderung wird in der öffentlichen Debatte natürlich immer eng mit Integration verbunden. Da heißt es dann immer: Sprache ist der Schlüssel der Integration. Aber damit ist eigentlich immer nur das Erlernen der deutschen Sprache gemeint. Kaum jemand meint damit Mehrsprachigkeit oder die Wertschätzung, dass jemand noch andere Sprachen außer dem Deutschen sprechen kann.

Der amerikanische Schriftsteller Frank Harris (1856–1931) hat es einmal so ausgedrückt: „Jede neue Sprache ist wie ein offenes Fenster, das einen neuen Ausblick auf die Welt eröffnet und die Lebensauffassung weitet.“

Ich sage gleich zu Beginn meiner Rede: Beides ist wichtig – die Förderung der Herkunfts- bzw. Familiensprachen der Kinder und Jugendlichen und natürlich auch das Erlernen der deutschen Sprache. Und beides kann und muss miteinander verzahnt werden!

Weltweit ist Mehrsprachigkeit übrigens eher der Normalfall; und Einsprachigkeit eher ein Sonderfall. Wir eignen uns neben der Muttersprache vielleicht eine weitere in der Familie gesprochene Sprache an, wir lernen Fremdsprachen in der Schule und vielleicht sprechen...

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