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Die Zukunft der Mehrsprachigkeit im deutschen Bildungssystem: Russisch und Türkisch im Fokus

Edited By Cemal Yıldız, Nathalie Topaj, Reyhan Thomas and Insa Gülzow

Etwa die Hälfte der Menschen weltweit ist mehrsprachig und auch in Deutschland verwenden rund zwanzig Prozent der Einwohner neben Deutsch noch eine weitere Familiensprache, meist Russisch und Türkisch.

Die Tagung «Die Zukunft der Mehrsprachigkeit im deutschen Bildungssystem: Russisch und Türkisch im Fokus» hatte zum Ziel, einen Beitrag zur gegenwärtigen Forschung und Praxis des Türkischen und des Russischen im Bildungskontext zu liefern. Außerdem sollte der Austausch zwischen Experten aus der Mehrsprachigkeitsforschung, aus Bildungseinrichtungen, der Bildungspolitik und Migrantenverbänden gefördert werden. Der Tagungsband enthält Beiträge von internationalen Experten auf dem Gebiet sowie die gemeinsamen Pressemitteilungen der Veranstalter und das im Rahmen der Tagung entstandene «Berlin-Brandenburger Positionspapier zur Mehrsprachigkeit im deutschen Bildungssystem».

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Russischunterricht im deutschen Bildungssystem: Traditionen, gesellschaftliche Anforderungen und bildungspolitische Perspektiven (Anka Bergmann)

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Anka Bergmann

Humboldt-Universität zu Berlin

Russischunterricht im deutschen Bildungssystem: Traditionen, gesellschaftliche Anforderungen und bildungspolitische Perspektiven

Schulischer Russischunterricht und die Mehrsprachigkeit der Schüler: Ein Blick auf tradierte Strukturen und neue Anforderungen

Einleitung

Russisch wird seit 70 Jahren als Fremdsprache in deutschen Schulen unterrichtet; es ist als modernes Fremdsprachenfach fest in das formale Bildungssystem in Deutschland eingebunden und verfügt über eine fachliche Infrastruktur mit Einheitlichen Prüfungsanforderungen, curricularen Vorgaben und einer Lehramtsausbildung an slawistischen Instituten. Nach den Lernerzahlen steht es an 5. Stelle der in Schulen gelernten Sprachen, in allen Bundesländern außer dem Saarland kann es als Abiturfach gewählt werden. Dass es im Vergleich zu anderen modernen Fremdsprachen, insbesondere Englisch, Französisch und Spanisch, als weniger selbstverständliches und notwendiges Angebot wahrgenommen wird, hat verschiedene Gründe, nicht zuletzt wirkt hier die unterschiedliche Geschichte des Faches in Ost- und Westdeutschland nach. Darüber hinaus wird die Wahrnehmung geprägt durch den Stand der deutsch-russischen Beziehungen; es gibt vielfältige Faktoren, die Einstellungen zu Sprachen und zu den entsprechenden Unterrichtsfächern prägen (genauer zu Sichtweisen auf den Russischunterricht, vgl. Schröder 2016). Im Rahmen einer Konferenz zu Perspektiven der Mehrsprachigkeit im deutschen Bildungssystem und diesem daraus hervorgegangenen Tagungsband ist das Unterrichtsfach Russisch insofern von besonderem Interesse, als die russische Sprache formal als Fremdsprache unterrichtet, von vielen Schülern aber als Familiensprache gelernt wird. Seit den 1990er Jahren leben viele Menschen in Deutschland, f...

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