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Die Zukunft der Mehrsprachigkeit im deutschen Bildungssystem: Russisch und Türkisch im Fokus

Edited By Cemal Yıldız, Nathalie Topaj, Reyhan Thomas and Insa Gülzow

Etwa die Hälfte der Menschen weltweit ist mehrsprachig und auch in Deutschland verwenden rund zwanzig Prozent der Einwohner neben Deutsch noch eine weitere Familiensprache, meist Russisch und Türkisch.

Die Tagung «Die Zukunft der Mehrsprachigkeit im deutschen Bildungssystem: Russisch und Türkisch im Fokus» hatte zum Ziel, einen Beitrag zur gegenwärtigen Forschung und Praxis des Türkischen und des Russischen im Bildungskontext zu liefern. Außerdem sollte der Austausch zwischen Experten aus der Mehrsprachigkeitsforschung, aus Bildungseinrichtungen, der Bildungspolitik und Migrantenverbänden gefördert werden. Der Tagungsband enthält Beiträge von internationalen Experten auf dem Gebiet sowie die gemeinsamen Pressemitteilungen der Veranstalter und das im Rahmen der Tagung entstandene «Berlin-Brandenburger Positionspapier zur Mehrsprachigkeit im deutschen Bildungssystem».

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Sprachgebrauch Türkisch-Deutsch zweisprachiger Jugendlicher in Berlin (Yazgül Şimşek)

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Yazgül Şimşek

Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Sprachgebrauch Türkisch-Deutsch zweisprachiger Jugendlicher in Berlin

Einleitung

Dieser Beitrag präsentiert exemplarische Analysen der Sprechweise von Jugendlichen aus Berlin, die einen türkisch-deutsch zweisprachigen Hintergrund haben und in deren alltäglichen Gesprächen sich eine spezifische Verwendung des Deutschen feststellen lässt. Der Umstand zweisprachig zu sein und das Deutsche z.T. in einer von deutschen Muttersprachlern abweichenden Art zu verwenden, bringt den Jugendlichen allzu häufig das Prädikat ein, sie wären nicht- oder wenig-kompetente Sprecher des Deutschen.

Das Phänomen lässt sich global in eine soziolinguistisch orientierte Forschung einordnen, die im Zuge der Migration insbesondere in den letzten drei Jahrzehnten entstehende neue Sprechweisen und Formen des Deutschen beobachtet, und die Stellung dieser Sprechweisen innerhalb des Variationsspektrums des Deutschen kontrovers diskutiert. Mit besonderem Bezug auf Migranten mit Türkisch als Erstsprache sind Benennungen dieses Migrantendeutschen wie „Kanak Sprak“ (Füglein 2000), „Türkenslang“ (Auer 2003), „Kiez-Deutsch“ (Wiese 2006) oder „Türkendeutsch“ (Şimşek 2012b) gängig. In Anbetracht der Tatsache, dass ähnliche Phänomene der Entstehung neuer Formen der Mehrheitssprache in anderen europäischen Ländern mit ähnlich zusammengesetzten Migrantengruppierungen beobachtet werden, wird vielfach auch von ‚Ethnolekten‘ gesprochen, um damit auf die Unabhängigkeit des Phänomens von einer bestimmten Herkunftssprache oder Ethnie zu verweisen (s. Dittmar 2010).

Die vornehmlich ethnographisch-gesprächsanalytisch angelegten bisherigen Fallstudien zu dem ‚Ethnolekt‘ in Deutschland beschreiben vom...

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