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Fachgeschichte in der Literaturdidaktik

Historiographische Reflexionen für Theorie und Praxis

Series:

Christian Dawidowski and Nadine J. Schmidt

Der Sammelband regt zum ersten Mal dazu an, die fachgeschichtliche Theoriebildung zur Geschichte des Deutschunterrichts hinsichtlich ihres Ertrags und ihrer Legitimation für die Disziplin der Literaturdidaktik zu reflektieren. Darüber hinaus steht der Konnex zwischen fachgeschichtlichem Wissen und dem bildungspolitischen Auftrag innerhalb der Lehrerausbildung im Mittelpunkt des Interesses. Dabei wird eine Doppelperspektive angezielt: Neben der Diskussion fachgeschichtlicher Inhalte geht es zeitgleich auch um den Stellenwert fachgeschichtlichen Denkens überhaupt. Die Beiträge setzen sich mit einer disziplinären Klärung und Straffung auseinander oder zeigen an konkreten Beispielen auf, wie fachgeschichtliches Denken in der Lehrerausbildung fruchtbar gemacht werden kann.

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Das rechte Gedicht zur rechten Zeit. Gymnasiale Kanonkonstruktionen im 19. Jahrhundert – Quellen und Untersuchungsperspektiven (Hans-Joachim Jakob)

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Hans-Joachim Jakob

Das rechte Gedicht zur rechten Zeit. Gymnasiale Kanonkonstruktionen im 19. Jahrhundert – Quellen und Untersuchungsperspektiven

Abstract: The project entitled “Der deutsche Lektürekanon an höheren Schulen Westfalens von 1820 bis 1918” and promoted by DFG had the objective to fundamentally reconstruct the reading matter with the aid of annual statements of accounts – the school programs. The school programs comprise different information segments. The data extractable from them is shortly represented below and its epistemological value for an empirical-historical research on the common body of knowledge is evaluated.

Ähnlich wie der Begriff ‚Diskurs‘ hat auch der Terminus ‚Kanon‘ im Laufe seiner Begriffsgeschichte beträchtlich an Differenzierungsqualität eingebüßt. Im virtuellen Raum des Kanons finden anscheinend viele Artefakte Platz, wobei ein sicherer und dauerhafter Aufenthalt im ‚Pantheon‘ allerdings nicht garantiert werden kann und nur für wenige Texte über einen längeren Zeitraum zu gelten hat. Gerne ist die Rede von dem Kanon, den ‚man‘ kennen muss, um – in welcher Kommunikationssituation auch immer – ‚mitreden‘ zu können. Den Kanon-Raum und seine Galerie der Spitzenerzeugnisse gilt es zu beschützen und zu bewahren. Daher muss die Bastion der „Deiche der Dauer“1 energisch verteidigt werden, droht doch mit dem schwindenden Kanonrang etwa deutschsprachiger Literaturdenkmäler ein empfindlicher Verlust an potentiell gemeinschaftsstiftender kultureller Identität. Schnell ist die wirkungsmächtige Instanz ausgemacht, die sich die Kanonrettung seit Jahrhunderten auf die Fahnen geschrieben hat: es ist die Schule. Insbesondere das höhere Schulwesen...

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