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Die Haftung des Arbeitgebers für Benachteiligungen seiner Beschäftigten durch andere Beschäftigte und Dritte

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Paul Brummer

Die Haftung des Arbeitgebers für diskriminierendes Verhalten anderer Personen ist nicht explizit geregelt. Der Autor erörtert ausführlich die rechtlichen Auswirkungen einer verbotenen Benachteiligung von Beschäftigten durch andere Beschäftigte und Dritte für den Arbeitgeber. Dabei beschränkt er sich nicht auf die Haftung nach dem AGG, sondern schließt sämtliche möglichen Haftungstatbestände mit ein. Wesentliche Untersuchungsgegenstände sind die Haftungszurechnung des Arbeitgebers bei unzulässigen Benachteiligungen durch Beschäftigte und andere Dritte sowie die Rechtsfolgen und die Auswirkung einer Zurechnung fremden Verhaltens. Die Haftung des Arbeitgebers für Benachteiligungen durch Anwendung kollektivrechtlicher Vereinbarungen ist ein weiterer Schwerpunkt.

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Kapitel II – Unterscheidung von Beschäftigten und sonstigen Dritten

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Grundsätzlich haftet jede Person nach dem deutschen Recht nur für ihr eigenes Verhalten79, nicht jedoch für Handlungen anderer, so genannter Dritter. Zunächst ist die Frage zu klären, was unter einem Dritten zu verstehen ist und ob für die Frage der Haftung des Arbeitgebers für deren Verhalten weitere Unterscheidungen zwischen verschiedenen Dritten vorzunehmen sind.

A. Definition des Dritten

Als Dritten kann man zunächst jeden ansehen, der nicht selbst Arbeitgeber der Beschäftigten ist. Demnach sind Dritte sowohl die beim Arbeitgeber beschäftigten Arbeitnehmer, sonstige Personen, die in einem Dienstleistungsverhältnis zum Arbeitgeber stehen, als auch sonstige Außenstehende.80 Dritter ist sowohl der Beschäftigte wie auch der Nichtbeschäftigte. Der Einordnung einer Person als Dritten steht nicht entgegen, dass sie Arbeitgeberfunktionen übernimmt oder für den Arbeitgeber handelt. So sind auch die Organe juristischer Personen in diesem Sinne Dritte, zum Beispiel der Geschäftsführer einer GmbH oder der Vorstand einer Aktiengesellschaft.

B. Unterscheidung zwischen beschäftigten und nicht beschäftigten Dritten

Angesichts der unterschiedlichen rechtlichen Beziehungen könnte die Unterscheidung zwischen beschäftigten Dritten und nicht beschäftigten Dritten im Rahmen der Haftung des Arbeitgebers für deren Handeln erforderlich sein.

I. Definitionen

Um die Erforderlichkeit einer Differenzierung zwischen beschäftigten und nicht beschäftigten Dritten aufzeigen zu können, muss zunächst definiert werden, wer beschäftigter und nicht beschäftigter Dritter ist. ← 41 | 42 →

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