Show Less
Restricted access

Kriminalität und Strafrecht in Kiel im ausgehenden Mittelalter

Das Varbuch als Quelle zur Rechts- und Sozialgeschichte

Series:

Gwendolyn Peters

Die Studie befasst sich mit der Strafrechts- und Kriminalitätsgeschichte Kiels im 15. und 16. Jahrhundert. Als Quelle gibt das Varbuch Aufschluss über vor Gericht verhandelte Fälle von Kapitalverbrechen. Aus dem Vergleich normgebender Rechtsquellen mit der Strafrechtspraxis ergibt sich eine andauernde gesellschaftliche Ungleichheit zu Gunsten vermögender und angesehener Personengruppen vor Gericht. Durch die Aufnahme von Ansätzen der Historischen Kriminalitätsforschung liegt erstmals eine sozialgeschichtliche Analyse des Varbuchs als Quelle zur Kriminalitätsgeschichte vor. In der Schichtspezifik von Straftaten sowie der sozialen Einbindung, Spezialisierung und Mobilität der Delinquenten äußert sich die Alltäglichkeit spätmittelalterlicher, städtischer Kriminalität.

Show Summary Details
Restricted access

Vorwort der Reihenherausgeber

Extract



Mit der vorliegenden Publikation von Gwendolyn Peters zu Kriminalität und Strafrecht in Kiel im ausgehenden Mittelalter wird erfreulicherweise schon wieder eine qualitativ hervorragende Masterarbeit einer ambitionierten wie aussichtsreichen Junghistorikerin in die „rote Reihe“ der Abteilung für Regionalgeschichte der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel aufgenommen. Frau Peters hat sich nach einem erfolgreich absolvierten Studium, das augenscheinlich eine fundierte Kenntnis zur mittelalterlichen Regionalgeschichte und auch ein erfreulich stark ausgeprägtes hilfswissenschaftliches Interesse vermittelte, das Thema für ihre Abschlussarbeit eigenständig ausgesucht und in der gebotenen Abstimmung mit ihren Betreuern ebenso selbstständig fortentwickelt und zum gelungenen Abschluss gebracht. Die Lektüre der Arbeit vermittelt einen authentischen Eindruck von der Akribie und Intensität, mit der sich die Verfasserin bezogen auf die Quellenüberlieferung und die Literaturlage in die Thematik eingearbeitet hat. Kriminalitätsgeschichte ist auf der allgemeinen Ebene im Rahmen der neueren Kulturgeschichte zu einem fruchtbaren und anschlussfähigen Forschungszweig entwickelt worden, bei dem es um weit mehr geht als das sog. Theater des Schreckens, also die bloße Zurschaustellung vergangener Gewalttätigkeit und ihrer ebenso gewaltsamen Ahndung. Kriminalität wird darin vielmehr als ein dem Alltag der Vergangenheit immanenter Aspekt ausgemacht, der vielfach im sozioökonomischen Bereich wurzelte, die Gesellschaft in ihrem Zusammenleben prägte und mit dem performativ umzugehen diese Gesellschaft zu jeder Zeit neu herausgefordert worden ist. Es ist das Verdienst von Frau Peters, diesen modernen und relevanten Zugang zur Kriminalitätsgeschichte für die Kieler Zusammenhänge eröffnet zu haben. Frau Peters kann...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.