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Rechtliche Grundlagen und normzweckadäquate Unternehmensbewertung bei Kapitalgesellschaften

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Christina Schröter

Dieses Buch ​widmet sich Rechtsfragen der Unternehmensbewertung. Hierzu gibt die Autorin zunächst einen Überblick über die diversen Unternehmensbewertungsanlässe und Bewertungsverfahren. Ferner stellt sie die Entwicklung der Unternehmensbewertung in der Rechtsprechung dar. Schließlich untersucht sie anhand von zwei Bewertungsanlässen, ob es eine allgemeingültige, für alle Bewertungsanlässe geeignete Bewertungsmethode gibt. Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass es eine solche Bewertungsmethode nicht gibt. Stattdessen ​lasse sich für jeden Bewertungsanlass eine «richtige» Bewertungsmethode festlegen, die dem jeweiligen Normzweck am besten gerecht ​werde.

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§ 1 Einführung

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§ 1  Einführung

A.  Ausgangslage und Problemstellung

Die Unternehmensbewertung ist ein Problembereich, der sowohl in der juristischen Literatur als auch der Rechtsprechung für andauernde Diskussionen sorgt und von konträren Auffassungen geprägt ist. Während das Thema Unternehmensbewertung und alle darum rankenden Fragen in der betriebswirtschaftlichen Lehre seit langem diskutiert werden, ist dieses, sich an der Schnittstelle zwischen Betriebswirtschaft und Rechtswissenschaft befindende Thema in der juristischen Rechtsprechung und Literatur noch in vielen Punkten erörterungsbedürftig. Bis heute scheinen sich keine allgemeingültigen Grundsätze zur Bewertung eines Unternehmens entwickelt zu haben, die in der Praxis durchweg zu befriedigenden Ergebnissen führen. Aber auch der Jurist, insbesondere der Wirtschaftsjurist wird immer wieder mit Fragen der Unternehmensbewertung konfrontiert. So machen verschiedenste, sich aus der Rechtsordnung direkt oder indirekt ergebende Anlässe die Durchführung einer Unternehmensbewertung erforderlich.1

Werden z.B. die Anteile eines GmbH-Gesellschafters gemäß § 34 GmbHG eingezogen, so hat der ausscheidende Gesellschafter nach herrschender Meinung gemäß dem in § 738 Abs. 1 S. 2 BGB zum Ausdruck kommenden allgemeinen Rechtsgrundsatz und vorbehaltlich abweichender Satzungsbestimmungen einen Anspruch auf Zahlung einer Abfindung.2 Dem ausscheidenden Gesellschafter ist „dasjenige zu zahlen, was er bei der Auseinandersetzung erhalten würde, wenn die Gesellschaft zur Zeit seines Ausscheidens aufgelöst worden wäre“. Zur Bemessung der Abfindung bedarf es somit einer Bewertung des Unternehmens, aus dem der Gesellschafter ausscheidet.

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