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Völlerei und Adelsnation in der englischen Literatur der Frühen Neuzeit

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Thomas Schneider

Dieses Buch beleuchtet das Motiv der Völlerei in der englischen Literatur der Frühen Neuzeit. Der Autor untersucht, wie die klassische Todsünde zur Beschreibung des Eigenen und Fremden genutzt wird, um durch Selbstüberhöhung und Fremdabwertung die nationale Identität zu stärken. Sein Analysemodell vereint Erkenntnisse aus der Systemtheorie mit zentralen Befunden der Nationenforschung. Dadurch kann er die Komplexität der englischen Gesellschaft abbilden und verschiedene Arten von Identität und Alterität herausarbeiten. Das Buch wirft einen detaillierten Blick auf Eliten, soziale Restriktionen, den Kampf gegen das Fremde und das Erwachen einer jungen Nation.

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2. Konzeptionalisierungen der Völlerei: Ein historischer Überblick

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23 2. Konzeptionalisierungen der Völlerei: Ein historischer Überblick Abstract: The following two chapters delineate the history of the seven deadly sins and the history of gluttony. In both cases special emphasis is placed on theological, social, and cultural aspects. The overview comprises developments from Early Christianity to the early modern period. Das nachfolgende Kapitel ist als Einführung in die Völlerei-Thematik konzipiert und zielt darauf ab, die theologischen Grundlagen des Themas zu erschließen. Der Fokus wird dabei zunächst auf die Entwicklung der Sieben Todsünden gerichtet, um den geistesgeschichtlichen Rahmen abzustecken, der für die Ent- stehung der Völlerei verantwortlich zeichnet (Kapitel 2.1). Anschließend wird die motivgeschichtliche Entwicklung der Völlerei beleuchtet und im Hinblick auf ihre religiöse Bedeutung für die vorliegende Studie verortet (Kapitel 2.2). 2.1 Das Konzept der Sieben Todsünden Abstract: This chapter focuses on the history of the seven deadly sins. It introduces the anchoritic concept of eight evil thoughts by Evagrius Ponticus. It describes the mediaeval change of the concept into a moral code of seven vices. And it traces the gradual decline of the teaching over the course of the early modern period. Betrachtet man die zahlreichen religiösen Schriften, die sich im Mittelalter mit den Sieben Todsünden beschäftigen, wird die theologische Bedeutung des klassischen Sündenkatalogs deutlich erkennbar. In Traktaten, Lehrbüchern und Predigten werden die Todsünden immer wieder aufgegriffen und in Bezug auf ihr individuelles und kollektives Gefährdungspotenzial untersucht.1 Es...

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