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Völlerei und Adelsnation in der englischen Literatur der Frühen Neuzeit

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Thomas Schneider

Dieses Buch beleuchtet das Motiv der Völlerei in der englischen Literatur der Frühen Neuzeit. Der Autor untersucht, wie die klassische Todsünde zur Beschreibung des Eigenen und Fremden genutzt wird, um durch Selbstüberhöhung und Fremdabwertung die nationale Identität zu stärken. Sein Analysemodell vereint Erkenntnisse aus der Systemtheorie mit zentralen Befunden der Nationenforschung. Dadurch kann er die Komplexität der englischen Gesellschaft abbilden und verschiedene Arten von Identität und Alterität herausarbeiten. Das Buch wirft einen detaillierten Blick auf Eliten, soziale Restriktionen, den Kampf gegen das Fremde und das Erwachen einer jungen Nation.

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4. Analyse: Völlerei und Adelsnation

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4.  Analyse: Völlerei und Adelsnation

Abstract: Focusing on various types of literature, the following chapters examine how gluttony is depicted in the early modern period. They concentrate on the social construction of self and other in literature while placing special emphasis on aristocratic and national forms of representation.

Nachdem in den vorangegangenen Kapiteln das Konzept des Eigenen und Fremden diskutiert worden ist und auch die Frage nach dem englischen Nationalbewusstsein beantwortet werden konnte, geht es im Folgenden um den Beitrag der Völlerei-Literatur zur Etablierung von Eigen- und Fremdkonstruktionen. Im Mittelpunkt stehen dabei jene Entwürfe von Identität und Alterität, die eine nationale Komponente aufweisen und die politische Idee der Adelsnation stärken.

Um die damit verbundenen Konstruktionsleistungen der Völlerei-Literatur beurteilen zu können, wird ein bivariates Forschungsdesign mit systemtheoretischer Prägung ausgewählt. Demnach gibt es ein Analysekapitel zum Eigenen und ein Analysekapitel zum Fremden, die sich inhaltlich jeweils an den Differenzierungsformen der frühneuzeitlichen Gesellschaft orientieren: Als zentrale Form der Differenzierung wird dabei die Stratifikation betrachtet, die eine standespolitische Ordnung erzeugt und die Gesellschaft nach Rang und Status gliedert. Daneben wird von der Koexistenz einer segmentären Differenzierung ausgegangen, die eine horizontale Verortung ermöglicht und auf nationalen Aspekten gründet. Bei den Analysen wird bewusst zwischen diesen beiden Formen unterschieden, weil sich gerade durch die Art der Differenzierung auch der Blick auf das Eigene und Fremde verändert.1 Die Studie bemüht sich...

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