Show Less
Restricted access

Facetten der Einsamkeit in musikalischen Monodramen des 20. Jahrhunderts

Musikdidaktische Zugänge

Series:

Corinna Müller-Goldkuhle

Die Autorin widmet sich musikalischen Monodramen, einer besonderen Strömung des Musiktheaters im 20. Jahrhundert. In den Bühnenwerken für nur eine Singstimme wird die Einsamkeit häufig zu einem zentralen und zeitlos aktuellen Thema. Ebenso aus musikhistorischer wie musikdidaktischer Perspektive geht dieses Buch daher der Frage nach, auf welche Weise die Stücke Zugänge zur grundlegenden, menschlichen Erfahrung der Einsamkeit ermöglichen können. Dabei entstehen vier toposanalytisch und interdisziplinär angelegte Modelle zu «Erwartung» von Arnold Schönberg, «La Voix humaine» von Francis Poulenc, «Dnevnik Annï Frank» von Grigori S. Frid und «Neither» von Morton Feldman. Zugänge über Bilder, Inszenierungen und biografisches Material runden die Ansätze ab. Musikalische Monodramen erscheinen auf diese Weise grundsätzlich in neuem Licht.

Show Summary Details
Restricted access

4 Selbstentfremdung in absurder Existenz – Neither (1977) von Morton Feldman

Extract

4 Selbstentfremdung in absurder Existenz – Neither (1977) von Morton Feldman

4.1 Einführung

4.1.1 Entstehung

Morton Feldmans Neither entstand als ‚Oper in einem Akt für Sopran und Orchester‘ in den Jahren 1976 und 1977 als Auftragswerk des römischen ‚Teatro dell’ Opera‘ und kam am 13. Mai 1977 zur Uraufführung.998 Die Sopranpartie sang Martha Hannemann, die musikalische Leitung übernahm Marcello Panni.999

Der Auftrag für eine Reihe von Opernproduktionen unter dem Titel Ballett des Peintres, die aus der Zusammenarbeit von Komponisten mit bildenden Künstlern entstanden sind,1000 ergab sich Feldman zufolge durch ein Missverständnis.1001 Seine Absichtserklärung, er würde gerne einmal mit einem Text von Samuel Beckett arbeiten, wurde dem Direktor der römischen Oper in der Weise verfälscht zugetragen, so dass dieser den Eindruck gewann, Feldman habe bereits eine Oper mit Beckett geschrieben. Auf die Frage hin, ob die römische Oper das Stück aufführen könne, klärte Feldman diesen Irrtum nach eigener Aussage nicht auf, sondern sagte das Werk mit dem Wort „selbstverständlich“ zu, obwohl er zu diesem Zeitpunkt weder mit dem Autor Kontakt aufgenommen hatte, noch mit der Komposition begonnen hatte.1002

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.