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Neurolinguistik, Klinische Linguistik, Sprachpathologie

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Carsten Kochler, Tanja Rinker and Eberhard Schulz

Neurolinguistik erforscht den Zusammenhang von Sprache und Gehirn. Dabei besonders aufschlussreich sind Verletzungen und Krankheiten des Gehirns und ihre Auswirkungen, so Sprachpathologien wie Aphasien (etwa nach Schlaganfall) oder Sprachabbau bei Demenzen, aber auch Entwicklungsstörungen wie zum Beispiel specific language impairment oder Autismus. Hier wird Neurolinguistik zur Klinischen Linguistik. Jetzt geht es allerdings – gerade mit Blick auf Diagnostik und Therapie – nicht mehr nur um Grundlagenfragen, sondern ganz generell um sprachliche Auffälligkeiten (auch etwa im Rahmen des Gesprächsverhaltens bei Epilepsien oder dissoziativen Anfällen oder Angst sowie bei bindungsgestörten Kindern). Der Band bietet einen Einblick in derzeit zentrale Forschungsfragen der Neurolinguistik.

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‚Fokus‘ / ‚Fokussierung‘ und Autismus: Zur Begründung einer Forschungshypothese (Claus Magnussen / Martine Dalmas / Reinhold Rauh / Michael Schecker)

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Claus Magnussen (Helsinki, Freiburg i.Br.), Martine Dalmas (Paris), Reinhold Rauh, Michael Schecker (Freiburg i.Br.)

‚Fokus‘ / ‚Fokussierung‘ und Autismus: Zur Begründung einer Forschungshypothese

0. Zusammenfassung / Summary

Keywords: Focus markers draw attention to specific parts of an utterance and thus prevent a series of potential misunderstandings. Focus marking is the result of social cognition, that are disturbed in autism. We therefore ask whether, and in what form, focusing processes in autism are also disturbed.

Die folgenden Überlegungen grundsätzlicher Art erläutern, was die sog. Informationsstrukturtheorie der linguistischen Pragmatik unter Fokus – als Prozess verstanden: Fokussierung – versteht. Wir argumentieren, dass der Kern des informationsstrukturellen Terminus ‚Fokus‘ die Konzentration selektiver Aufmerksamkeit auf bestimmte Ausschnitte einer Äußerung meint; etwas wird in einer Äußerung als Fokus markiert bzw. fokussiert, um dem Hörer / Leser deutlich zu machen, um was es dem Sprecher / Schreiber vorrangig in seiner Äußerung geht. Der Sprecher / Schreiber leistet damit in Antizipation der Verstehensprozesse des Hörers / Lesers einen Beitrag zu einem möglichst zweifelsfreien und vor allem effektiven Verstehen des Hörers / Lesers.

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