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Der Lauf der Dinge. Wechselverhältnisse zwischen Raum, Ding und Figur bei der narrativen Konstitution von Anderwelten im «Wigalois» und im «Lanzelet»

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Pia Selmayr

In Wirnts «Wigalois» und Ulrichs «Lanzelet» nehmen Dinge eine herausragende Stellung ein, indem sie eine spezifische Sinnerweiterung erfahren. Man kann sie jedoch nicht für sich genommen betrachten, denn sie stehen in einem wechselseitigen Bezugsgefüge mit Raum und Figur. Dieses Buch verknüpft Fragestellungen des «spatial turn» mit denen des «material turn» und eröffnet dadurch einen mehrschichtigen Zugang zu dem Phänomen der Anderwelten in den ausgewählten Romanen. Mit Hilfe der Trias Raum – Ding – Figur beleuchtet die Autorin die Konstitution und Bedeutung von Anderwelten für die erzählte Welt genauer. Dies ermöglicht zugleich auch einen neuen Blick auf die Konstruktion des Bereichs des Eigenen, des Hofes.

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Theoretische Vorüberlegungen

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I)   Hinführung

Imagine a world without things. It would be not so much an empty world as a blurry, frictionless one: no sharp outlines would separate one part of the uniform plenum from another; there would be no resistance against which to stub a toe or test a theory or struggle stalwartly. Nor would there be anything to describe, or to explain, remark on, interpret, or complain about – just a kind of porridgy oneness. Without things we would stop talking.1

Sich eine Welt ohne Dinge vorzustellen, so wie es Lorraine Daston im obigen Zitat versucht, zeigt zuvorderst die herausragende Rolle, die Dinge in unserem (Er-)Leben spielen.2 Immer und überall sind wir von Dingen umgeben, bewusst oder unbewusst bestimmen sie unseren Alltag.3 Wir nehmen sie in unterschiedlicher Art und Weise wahr: Dinge können nutzloses Zeug sein, Müll, Gebrauchsgegenstände und ‚Dinge‚ die schon immer da waren‘, oder instrumentelle Dinge, die als Mittel zu einem bestimmten Zweck dienen. Bestimmten Dingen lassen wir besondere Bedeutungen zukommen;4 wir besitzen ‚wertvollen‘ Schmuck und Glücksbringer, Statussymbole und Gegenstände, die unsere Persönlichkeit nach außen hin repräsentieren sollen.5 Da das Materielle jeglicher Art zu unserem Leben gehört, veranlasst es uns nicht nur darüber zu sprechen,6 sondern ← 11 | 12 → auch davon zu erzählen.7 In einem literarischen Text liegen Dinge aber nicht mehr physisch greifbar vor, sie werden zu imaginären Produkten literarischer Sinnbildung.

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