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Die Figur Cherubino in Mozarts «Le Nozze di Figaro»

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Lara Babbar

Die Autorin schlägt anhand der Figur des Cherubino einen Bogen von der Komödienvorlage Beaumarchais über Da Pontes Libretto und Mozarts Partitur bis hin zum Vergleich von Tonaufnahmen des 20. und 21. Jahrhunderts. Im Bereich der Interpretationsforschung besteht die methodische Herausforderung in dem Versuch, die analytische Auswertung schriftlicher und akustischer Musikquellen zusammenzuführen und so letztlich zum erklingenden Phänomen vorzudringen. Diese Darstellung ergänzt die Autorin materialreich mit Oszillogrammen, Tabellen und Notenbeispielen.

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3 Musikalische Analyse: das Werk

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3 Musikalische Analyse: das Werk

3.1 Autograph, frühe Abschriften und Ausgaben

3.1.1 Mozarts Autograph: Die Quellen

Die autographe Partitur von Le nozze di Figaro wurde 1901 aus dem Nachlass des vermögenden Musikverlegers Fritz Simrock der Königlichen Bibliothek in Berlin vermacht, der späteren Preußischen Staatsbibliothek.91 Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Dokument getrennt. Ende der 1970er-Jahre tauchte das Autograph des dritten und vierten Aktes in der Bibliotheka Jagiellonska in Kraków auf.92 Es gibt keinen Hinweis darauf, dass das Autograph der Oper ehemals ein einheitliches Ganzes war.93 Der erste Band enthält 164 Blätter mit 322 beschriebenen Seiten, der zweite 139 Blätter mit 265 Seiten. Die Abfolge der musikalischen Nummern ist durch Hinweise Mozarts am Ende jedes Stückes gesichert. Mozart hat die Abschnitte und einzelne Nummern mit Blattzählung in Tinte versehen.94 Üblicherweise stehen im Zentrum Szenennummer, Figur und Titel des Stückes, vor dem ersten System oder darüber. Mozart schreibt keine Artikulations- und Phrasierungsbögen in der Gesangsstimme. Eine nachträgliche Paginierung (nicht von Mozarts Hand) wurde mit Rötelstift am oberen äußeren Rand jeder Seite notiert.95 Ebenfalls in Rot sind die einzelnen Nummern geschrieben. Zudem findet man eine Paginierung unten in Schwarz. In den musikalischen Nummern gibt es eine deutsche Übersetzung von fremder Hand.

Zusammen mit der autographen Partitur, der Hauptquelle für philologische Studien von Le nozze di Figaro, gibt es autographe Teilquellen, die im Fall der Partien Cherubinos...

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