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Mit Forscherdrang und Abenteuerlust

Expeditionen und Forschungsreisen Kieler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

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Edited By Oliver Auge and Martin Göllnitz

Der Sammelband vereint in sich zehn Beiträge der Ringvorlesung mit dem Titel «Mit Forscherdrang und Abenteuerlust», die die Abteilung für Regionalgeschichte der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel im Sommersemester 2016 durchgeführt hat. In ihren verschriftlichten Beiträgen betrachten die Autorinnen und Autoren des Bandes die Geschichte der Expeditions- und Forschungsreisen als interuniversitäres und transnationales Phänomen. Erstmalig wird konkret für eine Hochschule und der an ihr forschenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach der Bedeutung und Relevanz von Expeditionen und Forschungsreisen gefragt. Dadurch erarbeiten sie unter anderem für die dänische Galathea-, die englische Challenger- oder die Kieler Plankton-Expedition gänzlich neue Erkenntnisse und Ergebnisse.

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Archäologie in Krisengebieten: die soziale Praxis archäologischer Ausgrabungen (Johannes Müller)

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Johannes Müller

Archäologie in Krisengebieten: die soziale Praxis archäologischer Ausgrabungen

Eines der zentralen Forschungsanliegen des Instituts für Ur- und Frühgeschichte der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) besteht darin, auf einem europäischen Maßstab prähistorische Siedlungsmuster strukturell miteinander zu vergleichen. Entsprechend fanden in der Vergangenheit zahlreiche Grabungen des Instituts dort statt, wo sich entscheidende siedlungshistorische Entwicklungen beispielsweise im 5. und 4. vorchristlichen Jahrtausend ereigneten. Da solche historisch innovativen Gebiete rezent oft durch politische Unsicherheiten geprägt waren oder sind, finden die Feldaktivitäten in oft instabilen, krisenhaften Regionen statt. Die praktische Arbeit dort stellt besondere Anforderungen an die entsprechenden Expeditionen. Am Beispiel der Ausgrabungen in Bosnien-Herzegowina wird im Folgenden dargestellt, wie sich solche Praxis der Zusammenarbeit entfernt von der befriedeten Welt des akademischen Schreibtisches entwickelt.

In den letzten zehn Jahren hat das Kieler Institut für Ur- und Frühgeschichte zahlreiche Ausgrabungen durchgeführt, was zumeist durch eine Drittmittelförderung entsprechender Projekte ermöglicht wurde und wird.1 Eine Zielsetzung besteht darin, die Entstehung von Dörfern und ersten proto- urbanen Siedlungsagglomerationen in Europa zu erfassen.2 Hinzu tritt die Frage, wo und wann soziale Ungleichheit warum entsteht und erste politische Institutionen nachweisbar sind. Im Forschungsansatz enthalten ist das Paradigma, dass sich insbesondere aus den Wechselwirkungen zwischen Gesellschaften und Landschaften Parameter ergeben, die solche Entwicklungen beförderten.

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