Show Less
Restricted access

Der Schutz des Mobiliarbesitzers ohne unmittelbare Sachherrschaft

Mittelbarer Besitz und Bailment im Rechtsvergleich

Ulf Marr

Im Wege des Rechtsvergleichs setzt sich der Autor mit den Rechtsinstituten des mittelbaren Besitzes im deutschen Recht und des Bailment im Common Law auseinander. Die Rechtsnatur des mittelbaren Besitzes ist in der deutschen Rechtswissenschaft bis zum heutigen Tage umstritten und das Bailment ist ein in deutscher Sprache bislang kaum untersuchtes Rechtsinstitut.

Der Autor zeigt einerseits die Parallelen der beiden sachenrechtlichen Rechtsinstitute auf, die sich in ihrer Bedeutung für die Zuordnung dinglicher Rechte und des an sie anknüpfenden Besitzschutzes zeigen. Andererseits arbeitet er die entscheidende Bedeutung des Besitzmittlungswillens für die Bestimmung der Rechtsnatur des mittelbaren Besitzes heraus, der – anders als das unmittelbare Recht zum Besitz des Bailor – echter Besitz ist.

Show Summary Details
Restricted access

Teil 1: Grundlagen zu Besitz und possession

Extract



Der Besitz und die possession stellen zwei grundlegende Rechtsinstitute des Sachenrechts und des property law dar, die von wesentlicher Bedeutung für die Schaffung eines Systems der vorläufigen Güterzuordnung sind. Jedoch fällt es sowohl dem deutschen Recht als auch dem Common Law schwer, die Rechtsnatur des Besitzes zu definieren, dessen rechtlicher Charakter nicht immer dem laienhaften Verständnis des Besitzes entspricht.

A. Vorbemerkung: Sachenrecht und property law

Der Begriff des property law darf nicht mit dem Begriff des Sachenrechtes gleichgesetzt werden. Der Begriff property law wird zwar als „Sachenrecht“ in die deutsche Sprache übersetzt,1 jedoch ist diese Übersetzung irreführend, da das Common Law keinen Begriff der „Sache“ entwickelt hat, wie er dem Bürgerlichen Gesetzbuch eigen ist. Der Begriff property selbst kann als „Eigentum“ übersetzt werden,2 wobei dies nicht zielführend ist, da das property law von relativen Rechtsverhältnissen gekennzeichnet ist, die dem deutschen Verständnis von Eigentum als einem absoluten Recht entgegenlaufen. Am zutreffendsten erscheint die Übersetzung als „Vermögensrecht“,3 jedoch soll statt einer Übersetzung in dieser Arbeit der Klarheit halber der originäre Begriff property bzw. property law verwendet werden.4

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.