Show Less
Restricted access

Die Thesaurierungspflicht der Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)

Series:

Sven Marco Hartwig

Der Autor widmet sich der Frage, ob die Thesaurierungspflicht geeignet ist, das verminderte Stammkapital der UG (haftungsbeschränkt) auszugleichen. Für deren Beantwortung erfolgt eine kurze Auseinandersetzung mit dessen Sinnhaftigkeit unter Beachtung ausländischer Haftungssysteme. Er kommt zu dem Ergebnis, dass lediglich eine bedingte Kompensation besteht. Als Lösung schlägt er u.a. vor, §§ 30, 31 GmbHG sowohl analog als auch direkt anzuwenden. Einen Hauptteil des Buches nehmen die Auseinandersetzungen ein, wie mit überhöhten Geschäftsführergehältern umzugehen und wie der Einsatz der UG als Komplementärin ohne Kapitalanteil zu bewerten ist. Der Autor zieht die Grundsätze der steuerrechtlichen verdeckten Gewinnausschüttung heran und wendet als Umgehungsschutz § 300 AktG analog an.

Show Summary Details
Restricted access

Kapitel 7: Rechtsfolgen einer unterbliebenen Thesaurierung

Extract

← 106 | 107 →

Kapitel 7:  Rechtsfolgen einer unterbliebenen Thesaurierung

A.  Einleitung

Dieses Kapitel beschäftigt sich mit den Rechtsfolgen, falls der Thesaurierungspflicht nicht nachgekommen wird. Relevanz entfaltet dieses Thema insbesondere für die Frage nach der Leistungsfähigkeit der Thesaurierungspflicht als Ersatz eines Mindeststammkapitals von 25.000 €. Denn nur, wenn bei Verstößen gegen die Pflicht zur Rücklagenbildung entsprechende Gegenmaßnahmen anwendbar sind, kann deren Existenz als leistungsfähig bejaht werden.

Wie bereits mehrfach erwähnt, ist der Anknüpfungspunkt für die Thesaurierungspflicht der Jahresabschluss und der daraus resultierende Jahresüberschuss. Denn an diesen setzt die Pflicht zur Rücklagenbildung an. Nur wenn überhaupt Gewinn erwirtschaftet wird, ist die Gesellschaft dazu verpflichtet, ¼ von diesem Jahresüberschuss in die gesetzliche Rücklage einzustellen. Dementsprechend liegt es nahe, den Jahresüberschuss nach Möglichkeit so weit zu minimieren, dass keine Rücklagenbildung mehr vorgenommen werden muss oder diese wenigstens so gering wie möglich zu halten. Der Jahresüberschuss muss also gegen Null gehen oder im besten Falle (aus Sicht der Thesaurierungsvermeider) erst gar nicht anfallen.

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.