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Informationsstrukturierung in Wirtschaftstexten

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Krzysztof Nycz

Das Buch untersucht das Phänomen der Informationsstrukturierung in Wirtschaftstexten. Der Autor richtet sein Augenmerk auf die informationsstrukturelle Analyse von deutsch- und polnischsprachigen Marktberichten und –kommentaren und legt der Untersuchung den Quaestio-Ansatz von Wolfgang Klein und Christiane von Stutterheim zugrunde. Die materialintensiven empirisch orientierten Analysen geben Aufschluss über relevante Aspekte der Informationsentfaltung, Formen der Referenzen und der daraus resultierenden Textstrukturierung. Auf Grund des zweisprachigen Textkorpus bietet sich eine kontrastive Betrachtung deutscher und polnischer Fachtexte im Hinblick auf deren Informationsstruktur sowie Prinzipien der Fokussierung einzelner Informationseinheiten an.

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4. Empirische Untersuchung

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4. Empirische Untersuchung

4.1. Das methodische Herangehen an die Untersuchung

4.1.1. Textsorteneingrenzung

Die Textsorten des Bereiches Wirtschaft64 bilden eine formal und inhaltlich relativ stabile Gruppe, die sich durch weitgehende Schematisierung und Standardisierung auszeichnet. Mit Schematisierung ist hierbei die Tatsache gemeint, dass im institutionellen Alltag meist stark vorgeprägte Textmuster, nicht selten Formulare verwendet werden. Unter Standardisierung ist die Angleichung von bestimmten Textexemplaren verschiedener Institutionen an eine Textsorte zu verstehen, um damit entsprechende Kommunikationsziele möglichst sicher zu erreichen und in einem festgelegten Rahmen optimal kommunizieren zu können (vgl. Hundt 2000: 643). In dem Zusammenhang sei allerdings mit Hundt (ebd.: 644 f.) darauf hingewiesen, dass eine klare Abgrenzung wirtschaftsbezogener Textsorten nicht immer möglich ist und damit die Postulierung eines eigenständigen Fachberei←97 | 98→ches Wirtschaft nicht plausibel erscheint, denn der fragliche Kommunikationsbereich ist etwa mit Verwaltung, Rechtswesen, Politik u. a. eng verflochten. In Anlehnung an Rolf (1993) zieht Hundt (ebd.) zur Klassifizierung wirtschaftsrelevanter Textsorten das Kriterium der Textfunktion heran. Rolf (ebd.) bezieht zwar seine umfassende, sprechakttheoretisch begründete Textsortenklassifikation auf Gebrauchstexte im Allgemeinen. Die zur Debatte stehenden Wirtschaftstexte sind jedoch unwiderlegbar als eine Teilmenge davon aufzufassen. Nach Rolf (ebd.: 166) lässt sich die Menge der Gebrauchstextsorten ihrer Funktion nach in fünf Klassen unterteilen: assertive, direktive, kommissive, expressive und deklarative Textsorten. Die Zweckbestimmung der aufgeführten Gruppen wird wie folgt erläutert:

„Der Zweck des Handelns (…) besteht

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