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Literatur zur «Wende» im Deutschunterricht

Gunhild Keuler

Die Autorin betrachtet literarische Texte zur «Wende» aus literaturwissenschaftlicher und didaktischer Perspektive. Dieser Literatur kommt für heutige Kinder und Jugendliche eine besondere Bedeutung zu, indem sie für diese und für nachfolgende Generationen Erinnerungen an den bedeutenden Ausschnitt jüngster Zeitgeschichte schaffen kann. Welche literarischen und historischen Lernchancen mit der Auseinandersetzung verbunden sind, legt die Autorin anhand der Ausführungen dar. Zudem entwickelt sie Auswahlkriterien für Texte zur «Wende» für die Sekundarstufe I und II und erprobt exemplarisch zwei Literaturbeispiele in der Schule.

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5 Literatur zur ‚Wende‘ als Gegenstand der Literatur- und Geschichtsdidaktik

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Der interdisziplinäre Diskurs363 zur Erinnerungskultur364, der seit Beginn der 1990er Jahre geführt wird und sich mit der Bedeutung der Erinnerung für die kulturelle Identität sowie mit der Bedeutung medialer Vermittlung für die Konstituierung eines Geschichtsbewusstseins beschäftigt,365 hat auch eine intensive Diskussion in der Literatur- und Geschichtsdidaktik in Gang gesetzt. Literatur- und Geschichtsdidaktiker erörtern, welchen fachspezifischen Beitrag die Fächer Deutsch und Geschichte im Kontext erinnerungskultureller Fragestellungen leisten können, prüfen Chancen fächerübergreifender Perspektiven und reflektieren über die Funktion von literarischen Texten für und in Erinnerungskulturen. Dabei setzt sich die Geschichtsdidaktik im Zusammenhang mit der Bedeutung „kulturelle[r] Objektivationen“366 mit dem Potential literarischer Texte für die Bildung von Geschichtsbewusstsein und geschichtskultureller Kompetenz auseinander. Die Literaturdidaktik beschäftigt sich mit dem „besonderen Erinnerungsbeitrag der Literatur“367 für literarisches und literaturhistorisches ← 129 | 130 → Lernen. Literatur zur ‚Wende‘ als neueste zeitgeschichtliche Literatur ist als Unterrichtsgegenstand im Kontext dieser Diskussion zu betrachten, insbesondere um Lernchancen für literarisches und historisches Lernen – auch aus fächerübergreifender Sicht368 – auszuloten.

Demnach stehen in diesem Kapitel zentrale Erkenntnisse zum fachspezifischen und fächerübergreifenden Beitrag von Deutsch- und Geschichtsunterricht im erinnerungskulturellen Kontext und zur Bedeutung von Literatur als erinnerungskulturelles Medium im Zusammenhang von literarischem und historischem Lernen im Mittelpunkt. Sie werden mit Blick auf die Auseinandersetzung mit Literatur zur ‚Wende‘ erörtert. Vorangestellt werden Begriffsbestimmungen zum literarischen und historischen Lernen – so wie diese im Rahmen der vorliegenden Arbeit verstanden...

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