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Demokratie in der Krise – Die politische Philosophie des Existentialismus heute

Sartre, Camus, Beauvoir im Zwiegespräch mit Kierkegaard, Nietzsche, Schmitt, Arendt, Foucault und Butler

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Edited By Alfred Betschart

Unsere Demokratien stehen vor großen politischen Herausforderungen, nicht zuletzt durch populistische Bewegungen und die Rückkehr nationalistischer Trugbilder. Die Autoren des Bandes befragen das kritische philosophische, emanzipatorische Denken der  Existentialisten Sartre, Camus und Beauvoir nicht nur in ihrem Zwiegespräch miteinander, sondern auch mit Vorläufern, Wegbereitern, Nachfolgern wie Kierkegaard, Nietzsche, Arendt, Foucault und Butler und Gegnern wie Schmitt.

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Vom Widerstand zur Parrhesia – Partizipatorische Politik bei Sartre, Camus und Foucault (Hans-Martin Schönherr-Mann)

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Hans-Martin Schönherr-Mann

Vom Widerstand zur Parrhesia – Partizipatorische Politik bei Sartre, Camus und Foucault

Eine nur scheinbar unwichtige Gemeinsamkeit besitzen Sartres Existentialismus und der Poststrukturalismus von Foucault: beide sind nicht nur, aber vor allem in Deutschland wohl die verrufensten oder angefeindetsten Philosophen. Antikommunisten beschimpfen Sartre als Kommunisten. Universalisten wehren sich verbittert gegen Foucaults Genealogie von Wissen und Macht.

1. ‚Die bösen Philosophen‘

Und jene, die Foucaults Machtanalytik der siebziger Jahre trotzdem schätzen, sehen den späten Foucault auf Abwegen in eine Philosophie als Lebenskunst, die es wagt, Adornos Diktum zu widerstreiten: „Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“1 Kapitalismus und Staat darf man ja noch kritisieren. Aber Chancen aufzeigen, die sich dem Individuum bieten, bzw. Verhaltensweisen, mit denen die Bürgerin in den Weltlauf einen eigenen Schnörkel legt, das widerspricht der in der Politik verbreiteten elitären oder kommunitarischen Grundorientierung und der im so massenmedialen wie wissenschaftlichen Zeitalter dominanten Apokalyptik mit ihren Aufrufen zur panischen Lebensänderung im Dienste seltsamer gattungsbezogener Überlebenshysterien, gleichgültig, ob sie wie Hans Jonas ökologisch, rechtsaußen wie Peter Sloterdijk oder von links im Stil von Paul Mason auflaufen.

Auf Sartre und Foucault treffen dagegen die Worte zu, die Philipp Blom über Baron d’Holbach und Denis Diderot schreibt:

Die Möglichkeit, die Menschheit könnte sich auch noch einige weitere Jahrtausende irgendwie durchmogeln (die bei weitem wahrscheinlichste); sie könnte einige Katastrophen vermeiden und andere erleiden,...

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