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Demokratie in der Krise – Die politische Philosophie des Existentialismus heute

Sartre, Camus, Beauvoir im Zwiegespräch mit Kierkegaard, Nietzsche, Schmitt, Arendt, Foucault und Butler

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Edited By Alfred Betschart

Unsere Demokratien stehen vor großen politischen Herausforderungen, nicht zuletzt durch populistische Bewegungen und die Rückkehr nationalistischer Trugbilder. Die Autoren des Bandes befragen das kritische philosophische, emanzipatorische Denken der  Existentialisten Sartre, Camus und Beauvoir nicht nur in ihrem Zwiegespräch miteinander, sondern auch mit Vorläufern, Wegbereitern, Nachfolgern wie Kierkegaard, Nietzsche, Arendt, Foucault und Butler und Gegnern wie Schmitt.

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Partizipative Subjektivitäten – Sartre mit Butler quergelesen (Tatjana Schönwälder-Kuntze)

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Tatjana Schönwälder-Kuntze

Partizipative Subjektivitäten – Sartre mit Butler quergelesen

(1) Auch in der ‚poststrukturalistischen Ära‘ zeigt sich die Theoretisierung des Zusammenspiels zwischen dem Einzelnen und der Gesellschaft immer noch oder immer wieder als ein Thema, das die Protagonistinnen in der Philosophie beschäftigt. Jedenfalls trifft das für diejenigen zu, die nach wie vor mit einem sozialphilosophischen, nicht nur handlungstheoretisch orientierten ethischen Impetus zu verstehen und zu beschreiben suchen, was die Einzelnen in der Gesellschaft zu solchen macht und wie die konstitutiven oder auch evolutiven Wechselwirkungen konsistent denkbar gemacht werden können. Dabei geht es noch gar nicht darum, wie nun die Einzelnen an gesellschaftlichen, sprich politischen Entscheidungsprozessen beteiligt werden können oder sollen, sondern schlichtweg um die viel basalere Frage, wie bei aller gegebenen Pluralität die Einzelnen durch die Gesellschaft geformt oder geprägt werden; aber auch, wie sie zu den formierenden und prägenden gesellschaftlichen Strukturen, Normen, Habitus bzw. zu deren Aufrechterhaltung oder Transformation beitragen. Eine Frage lautet in diesem Zusammenhang, wie sich die Vermittlung zwischen der sozio-kulturell-historischen Situation, in die alle Menschen hineingeboren werden, die sie dann aber auch zum Ausdruck bringen, aufrecht erhalten und transformieren, angemessen theoretisieren lässt?1

(2) Ein Blick in die Theoriegeschichte lehrt, dass die Philosophie diese Frage traditionell eher vom Einzelnen ausgehend zu denken versucht. Wir haben es mit ← 45 | 46 → atomistisch, wenn man so will monadisch gedachten Individuen zu tun, die mit apriorischen oder aposteriorischen Begriffen ausgestattet zun...

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