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Demokratie in der Krise – Die politische Philosophie des Existentialismus heute

Sartre, Camus, Beauvoir im Zwiegespräch mit Kierkegaard, Nietzsche, Schmitt, Arendt, Foucault und Butler

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Alfred Betschart

Unsere Demokratien stehen vor großen politischen Herausforderungen, nicht zuletzt durch populistische Bewegungen und die Rückkehr nationalistischer Trugbilder. Die Autoren des Bandes befragen das kritische philosophische, emanzipatorische Denken der  Existentialisten Sartre, Camus und Beauvoir nicht nur in ihrem Zwiegespräch miteinander, sondern auch mit Vorläufern, Wegbereitern, Nachfolgern wie Kierkegaard, Nietzsche, Arendt, Foucault und Butler und Gegnern wie Schmitt.

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Die eigene Tat und die Blicke der Anderen. Phänomenologische Motive zur Kritik politischer Partizipation nach Arendt und Sartre (Kristoffer Klement)

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Kristoffer Klement

Die eigene Tat und die Blicke der Anderen. Phänomenologische Motive zur Kritik politischer Partizipation nach Arendt und Sartre

Einleitung: Politische Partizipation als modernes Existenzial

Der Anspruch auf politische Teilhabe hat sich tief in den demokratischen Wertekanon westlicher Prägung eingegraben. Mag sie in vielerlei Hinsicht auch umstritten sein, spielt die Beeinflussung des politischen Geschehens eine wichtige Rolle im Selbstverständnis und Leben vieler Menschen, denen Selbstbestimmung nicht nur als Privatangelegenheit gilt. Politische Teilhabe hat damit, so will ich eingehend behaupten, eine beinahe existentielle Qualität erreicht, die mit zunehmenden Erwartungen an die „Responsivität“ politischer Institutionen einhergeht. Dass diese Erwartungen allzu oft enttäuscht werden, bezeugen neben wiederholten Rufen nach mehr Beteiligungsmöglichkeiten ebenso geläufige Haltungen wie Gleichgültigkeit, Resignation und Ablehnung gegenüber dem politischen Geschehen und seinen Eliten. Angenommen, dass sich in diesen Haltungen mitunter der Unmut über eine ideell zwar zugesprochene, praktisch aber versagte Berücksichtigung eigener Interessen und Bedürfnisse seitens der Politik manifestiert, drängt es nach einer Kritik, die sowohl repräsentative wie auch partizipative Mängel der politischen Praxisverhältnisse aufzeigt. Im Folgenden will ich mit Blick auf die existentielle Qualität politischer Teilhabe einen existentialistischen Zugang zu einer solchen Kritik politischer Partizipation eröffnen. Meine Ausgangsthese lautet, dass Existentialismus und Existenzphilosophie anschaulich und tiefgreifend Aufschluss über beständige Bedingungen und Probleme politischer Partizipationspraktiken geben können, die das Versprechen auf effektive Mitsprache systematisch konterkarieren. Da sich diese Praxisdefizite zun...

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