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Demokratie in der Krise – Die politische Philosophie des Existentialismus heute

Sartre, Camus, Beauvoir im Zwiegespräch mit Kierkegaard, Nietzsche, Schmitt, Arendt, Foucault und Butler

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Edited By Alfred Betschart

Unsere Demokratien stehen vor großen politischen Herausforderungen, nicht zuletzt durch populistische Bewegungen und die Rückkehr nationalistischer Trugbilder. Die Autoren des Bandes befragen das kritische philosophische, emanzipatorische Denken der  Existentialisten Sartre, Camus und Beauvoir nicht nur in ihrem Zwiegespräch miteinander, sondern auch mit Vorläufern, Wegbereitern, Nachfolgern wie Kierkegaard, Nietzsche, Arendt, Foucault und Butler und Gegnern wie Schmitt.

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Liberalismus oder Existentialismus? Jean-Paul Sartre, Carl Schmitt und das bürgerliche Recht (Jens Bonnemann)

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Jens Bonnemann

Liberalismus oder Existentialismus? Jean-Paul Sartre, Carl Schmitt und das bürgerliche Recht

Ein Vergleich zwischen Carl Schmitt und Jean-Paul Sartre liegt bisher in der Forschungsliteratur nicht vor und provoziert wohl auch die Frage, ob es denn Sinn macht, zwei Denker mit so völlig unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten miteinander ins Gespräch zu bringen. Sartre ist Philosoph, während Schmitt eher als Staats- und Verfassungsrechtler zu verstehen ist.1 Was er zu sagen hat, ist sicher für die politische Philosophie und Rechtsphilosophie relevant, aber gerade hier handelt es sich um philosophische Bereiche, in denen Sartre üblicherweise keine Rolle spielt. Gibt es überhaupt Themenfelder, zu denen beide Denker sich geäußert haben, so dass man sich einen Gewinn davon versprechen könnte, die Differenzen und Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten?

Wie in der vorliegenden Studie gezeigt werden soll, besteht eine Übereinstimmung in der strikten Ablehnung des bürgerlichen Liberalismus mit seinem überhistorischen Wesensbegriff des Menschen und der darin verwurzelten Konzeption der Menschenrechte. Sartres Existentialismus mag ein Humanismus sein, ein Liberalismus ist er sicher nicht, was nicht unmittelbar einleuchtet, weil sich doch auch hier alles um die Freiheit dreht. Sowohl Schmitt als auch Sartre ziehen den Geltungsanspruch des bürgerlichen Rechts in Zweifel; und sowohl der eine wie auch der andere legt einen Rechtfertigungsversuch für ein politisches Handeln vor, das über Recht und Gesetz steht. Schmitt und Sartre gehen noch einen Schritt weiter: Sie sind sich darin einig, dass sie politische Gewalt unter...

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