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Erinnerungsimplantate – Der (Wieder-)Aufbau der Schlösser in Posen und Berlin im interdisziplinären Vergleich

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Dominika Gortych, Guido Hinterkeuser and Łukasz Skoczylas

Die interdisziplinäre Studie zu den (Wieder-)Aufbauprojekten des Berliner und Posener Schlosses verdeutlicht die unterschiedlichen Intentionen von Erinnerungsimplantaten. Die Autoren untersuchen die historische und kunstgeschichtliche Bedeutung der Schlösser mit Blick auf den Verlauf der Entscheidungsprozesse und der begleitenden Pressedebatten sowie schließlich auf die öffentliche Wahrnehmung der Bauten. Während das Berliner Projekt sich unter weitgehender Ausblendung der politischen zumindest ansatzweise auf die kulturelle Tradition Preußens beruft und als ein wichtiges Image-Projekt Deutschlands fungiert, hat das Posener fast ausschließlich eine lokale und politische Dimension, die nur im Kontext der Konkurrenz polnischer Städte um nationale Bedeutung zu verstehen ist.

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4. Deutscher und polnischer (Wieder-)Aufbaudiskurs im Spiegel der Presse

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4.1. Debatte, die kaum stattfand. Posener Königsschloss in polnischen Presseartikeln (Łukasz Skoczylas)

Den ersten Teil der Studie bildet eine inhaltliche Analyse. Diese stellt eine nicht-reaktive Methode dar, in der der Forscher die vorhandenen Daten analysiert, ohne dabei sie oder ihre Produzenten zu beeinflussen. Infolgedessen besteht dadurch einerseits keine Möglichkeit, die zu untersuchende Fragestellung im Laufe der Untersuchung zu präzisieren. Andererseits bietet diese Herangehensweise den Vorteil, die real existierenden Diskursinhalte zu prüfen, ohne dass diese durch private Meinungen beeinflusst werden können. Die Rolle der JournalistInnen bei der Herausbildung von Gedächtnisinhalten ist insofern von Belang, als dass sie die Rolle als VermittlerInnen zwischen deren LeaderInnen (Personen, die gewisse Erinnerungsinhalte fördern und die Medien der Erinnerung verwalten) und EmpfängerInnen (Personen, die an diesem Prozess nicht aktiv teilnehmen) einnehmen (Skoczylas 2014b). Urheber der Inhalte, die in die Medien Eingang finden, vermitteln zwischen Personen, die die Erinnerungsträger (hier: Erinnerungsimplantate) beeinflussen und den StadtbewohnerInnen und TouristInnen. Es hängt größtenteils von den JournalistInnen ab, auf welche Art und Weise die Absichten und Motivationen der LeaderInnen der breiten Öffentlichkeit dargestellt werden. Dies wird insbesondere im Kontext der Meinungsverschiedenheiten zwischen den LeaderInnen wichtig. Dabei geht es nicht nur um die Inhalte der Presseartikel, sondern auch darum, wem in diesen Texten das Wort erteilt wird und welche Aspekte dieser Kontroversen überhaupt erwähnt werden.

Der Analyse unterlagen, gemäß der Projektannahmen, zwei Titel: die regionale Beilage der größten polnischen Tageszeitung aus dem Bereich...

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