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Erinnerungsimplantate – Der (Wieder-)Aufbau der Schlösser in Posen und Berlin im interdisziplinären Vergleich

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Dominika Gortych, Guido Hinterkeuser and Łukasz Skoczylas

Die interdisziplinäre Studie zu den (Wieder-)Aufbauprojekten des Berliner und Posener Schlosses verdeutlicht die unterschiedlichen Intentionen von Erinnerungsimplantaten. Die Autoren untersuchen die historische und kunstgeschichtliche Bedeutung der Schlösser mit Blick auf den Verlauf der Entscheidungsprozesse und der begleitenden Pressedebatten sowie schließlich auf die öffentliche Wahrnehmung der Bauten. Während das Berliner Projekt sich unter weitgehender Ausblendung der politischen zumindest ansatzweise auf die kulturelle Tradition Preußens beruft und als ein wichtiges Image-Projekt Deutschlands fungiert, hat das Posener fast ausschließlich eine lokale und politische Dimension, die nur im Kontext der Konkurrenz polnischer Städte um nationale Bedeutung zu verstehen ist.

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5. Ergebnisse der Feldstudie zu Erinnerungsimplantaten in Posen und Berlin

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5.1. Posener StadtführerInnen über das Schlossimplantat (Łukasz Skoczylas)

Seit Ende 2013 thront das Gebäude des (wieder-)aufgebauten Königsschlosses von Poznań über dem Zentrum der Stadt. Während der Bauzeit durchgeführte Untersuchungen haben gezeigt, wie die Entscheidung zur Errichtung des Schlosses mit dem kollektiven Gedächtnis der Posener Bevölkerung verknüpft war (Skoczylas 2014b). Seine Fertigstellung wirft neue Forschungsfragen auf – vor allem hinsichtlich seiner Auswirkungen auf den Tourismus, die von den BewohnerInnen Posens als Maßstab dafür angesehen wurden, ob die Errichtung dieses und ähnlicher Objekte sinnvoll sei (Skoczylas 2014b). Hauptsächlich um herauszufinden, wie das untersuchte Implantat (das im kollektiven Gedächtnis implantierte Objekt) touristisch genutzt wird und wie es im Kontext des Tourismus interpretiert wird, sind daher vertiefend individuelle Interviews mit Personen durchgeführt worden, die für Touristen Stadtführungen anbieten. Das folgende Kapitel ist ihrer Analyse gewidmet. Dabei muss angemerkt werden, dass die Nummerierung der Interviews nicht der Reihenfolge ihrer Durchführung entspricht.

Die Interviews umfassten sechs Hauptthemenbereiche:

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