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Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes an der innerdeutschen Grenze 1949–1989

Ein biografisches Handbuch

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Edited By Klaus Schroeder and Jochen Staadt

Dieses Handbuch enthält die Biografien von 327 Todesopfern aus Ost und West, denen das DDR-Grenzregime zum Verhängnis wurde. Bei den Flüchtlingen, die erschossen, durch Minen und Selbstschussanlagen ums Leben kamen oder in Grenzgewässern ertranken, handelte es sich überwiegend um junge Menschen, die sich bewusst für den lebensgefährlichen Weg in die Freiheit und gegen die SED-Diktatur entschieden hatten. Zu ihrem Gedenken soll dieses Handbuch beitragen. Es enthält auch die Lebensgeschichten von Zivilpersonen aus beiden deutschen Staaten, die ohne Fluchtabsichten dem DDR-Grenzregime zum Opfer fielen, und weiterhin die Schicksale von deutschen und sowjetischen Deserteuren, deren Fahnenfluchten an der DDR-Grenze tödlich scheiterten. Zusätzliche biografische Angaben widmen sich Grenzsoldaten, die aus Verzweiflung über die Zwänge des Dienstes in den Grenztruppen Suizid begingen, sowie jenen DDR-Grenzwächtern, die von westlicher Seite, von Fahnenflüchtigen oder von eigenen Kameraden, irrtümlich als Flüchtlinge erschossen wurden.

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Weitere Todes- und Verdachtsfälle

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Namentlich unbekannte Todesopfer

Überlieferungen zu namentlich unbekannten Todesfällen im Grenzgebiet sind oft irreführend und weisen bei näherer Untersuchung selten einen belastbaren Bezug zu Fluchtvorhaben oder Grenzüberschreitungen auf. Von 173 Hinweisen auf Tötungsgeschehen oder Leichenbergungen, die sich in Aktenbeständen der DDR-Grenzorgane, des Zolls, des BGS, der Staatsanwaltschaften sowie in historischen Buch- bzw. Presseveröffentlichungen fanden, blieben nach genaueren Untersuchungen lediglich elf Fälle, die nicht geklärt werden konnten. Die zu diesen Fällen aufgefundenen Überlieferungen deuten darauf hin, dass die unbekannten Personen bei dem Versuch, die innerdeutsche Grenz zu überqueren, ihr Leben lassen mussten. Die hohe Anzahl unbekannter Todesfälle, die sich als unbegründet erwies, liegt zum einen darin begründet, dass die westdeutschen Überlieferungen zu diesen Fällen auf Beobachtungen aus der Ferne, bei schlechten Sichtverhältnissen in der Dämmerung oder Dunkelheit beruhen. Dramatische Geschehnisse, wie die Detonation von Minen, die Abgabe von MPi-Salven und danach erkannte hektische Handlungen von DDR-Grenztruppen, die zudem häufig Tarnmittel und Nebelgranaten einsetzten, werteten Mitarbeiter des westlichen Grenzdienstes oder zufällig anwesende Zivilpersonen häufig als Vorfälle, bei denen ein Mensch ums Leben kam. Im Rahmen der Untersuchung berücksichtigte das Forschungsteam deshalb nur jene Fälle, zu denen sich im Schriftgut Belege für das tatsächliche Vorhandensein einer Leiche fanden. Zum anderen stellten sich nach genauerer Prüfung bei einer Vielzahl von namentlich unbekannten Personen als Todesursachen Unfälle, Suizide oder Verbrechen heraus. Da das Forschungsteam bei Fallmeldungen...

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