Show Less
Restricted access

Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes an der innerdeutschen Grenze 1949–1989

Ein biografisches Handbuch

Series:

Klaus Schroeder and Jochen Staadt

Dieses Handbuch enthält die Biografien von 327 Todesopfern aus Ost und West, denen das DDR-Grenzregime zum Verhängnis wurde. Bei den Flüchtlingen, die erschossen, durch Minen und Selbstschussanlagen ums Leben kamen oder in Grenzgewässern ertranken, handelte es sich überwiegend um junge Menschen, die sich bewusst für den lebensgefährlichen Weg in die Freiheit und gegen die SED-Diktatur entschieden hatten. Zu ihrem Gedenken soll dieses Handbuch beitragen. Es enthält auch die Lebensgeschichten von Zivilpersonen aus beiden deutschen Staaten, die ohne Fluchtabsichten dem DDR-Grenzregime zum Opfer fielen, und weiterhin die Schicksale von deutschen und sowjetischen Deserteuren, deren Fahnenfluchten an der DDR-Grenze tödlich scheiterten. Zusätzliche biografische Angaben widmen sich Grenzsoldaten, die aus Verzweiflung über die Zwänge des Dienstes in den Grenztruppen Suizid begingen, sowie jenen DDR-Grenzwächtern, die von westlicher Seite, von Fahnenflüchtigen oder von eigenen Kameraden, irrtümlich als Flüchtlinge erschossen wurden.

Show Summary Details
Restricted access

Vorwort

Extract



Dieses Handbuch soll zur Erinnerung an die Todesopfer des DDR-Grenzregimes an der innerdeutschen Landgrenze beitragen. Viele der überwiegend jungen Flüchtlinge aus der DDR entschieden sich bewusst für den gefahrvollen Weg in die Freiheit und gegen die SED-Diktatur, die ihnen eine selbstbestimmte Zukunft verwehrte. Ihnen gebührt ein ehrendes Gedenken.

Die Berliner Mauer ist bis heute in der Weltöffentlichkeit das Symbol der deutschen Teilung. Die 1961 erfolgte Abriegelung der innerstädtischen Grenze in Berlin vollendete aber nur, was schon lange vorher an der Westgrenze der DDR begonnen hatte: Die Teilung der Nation durch die Abschottung der DDR von der Bundesrepublik und die Eingliederung Ostdeutschlands in das sowjetische Imperium. Die Aufteilung Deutschlands erfolgte unmittelbar nach der Zerschlagung der nationalsozialistischen Herrschaft am Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Verhältnisse an den durch die Siegermächte vereinbarten Demarkationslinien zwischen den neu gebildeten vier Zonen bzw. vier Berliner Sektoren entwickelten sich bald nach Kriegsende vollkommen unterschiedlich. Während die Grenzen zwischen den drei westlichen Zonen und Sektoren weitgehend durchlässig blieben, versuchte die sowjetische Besatzungsmacht, die Demarkationslinie ihrer Besatzungszone und den grenzüberschreitenden Personen- und Warenverkehr möglichst umfassend zu kontrollieren und einzuschränken. Zur Überwachung ihrer Zonengrenze ordnete die sowjetische Militäradministration 1947 die Aufstellung einer deutschen Grenzpolizei an.

Die sowjetische Besatzungsmacht und seit Gründung der DDR im Jahr 1949 auch die SED-Führung trugen die Verantwortung für das im Laufe der Jahrzehnte ausgebaute System der Grenzsicherung, das nur unter Lebensgefahr zu überwinden...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.