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Transiträume und transitorische Begegnungen in Literatur, Theater und Film

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E.W.B. Hess-Lüttich, Sabine Egger and Withold Bonner

In Literatur und Medien sind Bahnhöfe, Flughäfen, Häfen, Parkplätze (und die damit assoziierten Verkehrsmittel) allgegenwärtig. Das gilt auch für Flüchtlingslager und deren Umgebungen. Angesichts transnationaler Mobilität als Alltagserfahrung sind «Transiträume» (Foucault), «Räume» (de Certeau), «Nicht-Orte» (Augé) und «liminale» Räume (Turner) im «Grenzbereich» (Lotman) zu einem unübersehbaren Topos geworden. In der Sprach-, Literatur- und Kulturtheorie trägt das Konzept des «spatial turn» dieser Entwicklung Rechnung. Transitorische Begegnungen in Grenzbereichen sind zugleich eine Herausforderung für das offene Konzept der Interkulturalität. Dies diskutiert der vorliegende Band anhand von Fragen wie diese: Was für Begegnungen finden in Transiträumen statt? Stellen derartige Begegnungen bestehende Identitätskonzepte in Frage? Kann ein Transitraum einen Rahmen für Transdifferenz oder Hybridität bilden? Wie beeinflusst die Bewegung in verschiedenen Transportmitteln sinnliche und kulturelle Perspektiven? Wie unterscheiden sich Räume in verschiedenen Gattungen, Medien oder Künsten? Wie stehen sie miteinander in Bezug? Experten interkultureller Germanistik aus aller Welt antworten darauf in ihren Beiträgen aus literatur-, kultur- und medienwissenschaftlicher Sicht.

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Transiträume in den Romanen Emine Sevgi Özdamars und Feridun Zaimoğlus (Núria Codina)

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Núria Codina (Chemnitz)

Transiträume in den Romanen Emine Sevgi Özdamars und Feridun Zaimoğlus

Abstract: By examining Emine Sevgi Özdamar’s novels Das Leben ist eine Karawanserei and Die Brücke vom Goldenen Horn as well as Feridun Zaimoğlu’s epistolary novel Liebesmale, scharlachrot, this contribution explores the role that places of transience play in contemporary German-Turkish literature. Traditionally static spaces such as the homeland or the parental house become places of transience which question fixed notions of culture and identity. In Özdamar’s works, migration is depicted as a fundamental human experience with nomadism becoming a positive, liberating way of life. In Zaimoğlu’s novel, the protagonist’s temporary stay in Turkey serves not only to stress the differences that have alienated him from his parents, but also to express his sense of belonging to Germany.

1 Transiträume in der deutsch-türkischen Literatur

In seiner Studie Non-lieux. Introduction à une anthropologie de la surmodernité (1992) stellt der Ethnologe Marc Augé im Zuge der Globalisierung und der Individualisierung der Gesellschaft des 20. Jahrhunderts eine Zunahme von Nicht-Orten fest. Während anthropologische Orte eine identitätsstiftende, relationale und historische Funktion haben, fungieren die für die Übermoderne charakteristischen Nicht-Orte als Symbole „der einsamen Individualität, der Durchreise“ (Augé 2012: 83). Sie besitzen keine besondere Identität und zeichnen sich durch ihren funktionalen und provisorischen Charakter aus. Als Beispiele nennt Augé Transiträume (Flughäfen, Bahnhöfe, Flüchtlingslager), Orte, die aus dem Netz von...

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