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Transiträume und transitorische Begegnungen in Literatur, Theater und Film

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Edited By E.W.B. Hess-Lüttich, Sabine Egger and Withold Bonner

In Literatur und Medien sind Bahnhöfe, Flughäfen, Häfen, Parkplätze (und die damit assoziierten Verkehrsmittel) allgegenwärtig. Das gilt auch für Flüchtlingslager und deren Umgebungen. Angesichts transnationaler Mobilität als Alltagserfahrung sind «Transiträume» (Foucault), «Räume» (de Certeau), «Nicht-Orte» (Augé) und «liminale» Räume (Turner) im «Grenzbereich» (Lotman) zu einem unübersehbaren Topos geworden. In der Sprach-, Literatur- und Kulturtheorie trägt das Konzept des «spatial turn» dieser Entwicklung Rechnung. Transitorische Begegnungen in Grenzbereichen sind zugleich eine Herausforderung für das offene Konzept der Interkulturalität. Dies diskutiert der vorliegende Band anhand von Fragen wie diese: Was für Begegnungen finden in Transiträumen statt? Stellen derartige Begegnungen bestehende Identitätskonzepte in Frage? Kann ein Transitraum einen Rahmen für Transdifferenz oder Hybridität bilden? Wie beeinflusst die Bewegung in verschiedenen Transportmitteln sinnliche und kulturelle Perspektiven? Wie unterscheiden sich Räume in verschiedenen Gattungen, Medien oder Künsten? Wie stehen sie miteinander in Bezug? Experten interkultureller Germanistik aus aller Welt antworten darauf in ihren Beiträgen aus literatur-, kultur- und medienwissenschaftlicher Sicht.

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Transiträume und Heimatlosigkeit als Grunderlebnis bei Herta Müller (Garbiñe Iztueta)

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Garbiñe Iztueta (Vitoria-Gasteiz)

Transiträume und Heimatlosigkeit als Grunderlebnis bei Herta Müller1

Abstract: Spaces of transit and Heimatlosigkeit are analysed in this contribution beyond the political dimension of exile. According to the Spatial Turn’s concept of space, space and Heimat are both conceived as a dynamic process as well as a relational construct of bodies, subjects, and social relations. In Barfüßiger Februar and Reisende auf einem Bein, Herta Müller develops also Heimatlosigkeit as a space of transit. As the absence and/or loss of Heimat, Heimatlosigkeit constitutes an existential experience and a process. Here, transit spaces represent the turning points where the protagonist (and narrator) becomes aware of her own lack of insight into reality and of her incapacity to act not only in the Heimat but also in exile. The problematic relationship of Müller’s protagonists to Heimat and Heimatlosigkeit shows therefore a human nature which Karen Joisten has described as Heim-weg.

Herta Müller zeichnet „Landschaften der Heimatlosigkeit“, wie es in der Begründung der Nobelpreis-Jury 2009 heißt (Nobelstiftung 2009). Der Begriff „Heimatlosigkeit“ bezieht sich auf ein vielschichtiges Phänomen, das um die Abwesenheit von Heimat und Heimatgefühl kreist. Gebhard, Geisler und Schröter weisen auch auf ein Näheverhältnis von Mensch und Raum als Achse der Heimatkonzeption hin, denn es liegt dem Heimatbegriff eine Gebundenheit des Menschen an einem überschaubaren oder als überschaubar gedeuteten Raum zugrunde (Gebhard & Geisler & Schröter 2007 a: 10)...

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