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Transiträume und transitorische Begegnungen in Literatur, Theater und Film

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Edited By E.W.B. Hess-Lüttich, Sabine Egger and Withold Bonner

In Literatur und Medien sind Bahnhöfe, Flughäfen, Häfen, Parkplätze (und die damit assoziierten Verkehrsmittel) allgegenwärtig. Das gilt auch für Flüchtlingslager und deren Umgebungen. Angesichts transnationaler Mobilität als Alltagserfahrung sind «Transiträume» (Foucault), «Räume» (de Certeau), «Nicht-Orte» (Augé) und «liminale» Räume (Turner) im «Grenzbereich» (Lotman) zu einem unübersehbaren Topos geworden. In der Sprach-, Literatur- und Kulturtheorie trägt das Konzept des «spatial turn» dieser Entwicklung Rechnung. Transitorische Begegnungen in Grenzbereichen sind zugleich eine Herausforderung für das offene Konzept der Interkulturalität. Dies diskutiert der vorliegende Band anhand von Fragen wie diese: Was für Begegnungen finden in Transiträumen statt? Stellen derartige Begegnungen bestehende Identitätskonzepte in Frage? Kann ein Transitraum einen Rahmen für Transdifferenz oder Hybridität bilden? Wie beeinflusst die Bewegung in verschiedenen Transportmitteln sinnliche und kulturelle Perspektiven? Wie unterscheiden sich Räume in verschiedenen Gattungen, Medien oder Künsten? Wie stehen sie miteinander in Bezug? Experten interkultureller Germanistik aus aller Welt antworten darauf in ihren Beiträgen aus literatur-, kultur- und medienwissenschaftlicher Sicht.

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Bewegung im Transitraum am Beispiel des Spinozastreits (Stephan Mühr)

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Stephan Mühr (Pretoria)

Bewegung im Transitraum am Beispiel des Spinozastreits1

Abstract: In this paper the concept of ‘transitional space’ (Transitraum) is used as an expression of the paradox of instantaneous velocity in the history of physics and for the dubious ontology of infinitesimals. At the root of both problems lie transitions in the history of concepts in the disciplines of physics, metaphysics and mathematics with regards to the umbrella term of motion. Using the example of the Spinoza dispute that takes place in a transitional space in the history of knowledge itself, I will explain how interdisciplinary dynamics and interactions played a role in producing these transitions and how these dynamics prepared the ground for the differentiation into “two cultures” as Snow puts it. It is the aim of this analysis of the history of problems and concepts, on the one hand, to contribute to the translation theory of concepts, and, on the other hand, thereby to raise awareness of the ambivalence of popular terms or metaphors.

1 Einleitung

Mit ‘Transitraum’ ist in diesem Beitrag keine gesellschaftliche oder geografische Kategorie gemeint, sondern eine physikalische Denkfigur, der ein kinetisches Paradoxon zugrundeliegt: Wenn wir Bewegung definieren als Ortsveränderung zwischen zwei Zeitpunkten, dann wird der ‘Ort der Bewegung’ selbst problematisch. Denn was in diesem ‘Transitraum’ zwischen den Zeitpunkten passiert, ist so nicht erfassbar und wird deshalb durch eine rationale Abstraktion nur ‘verrechnet’. In diesem physikalischen Kontext deutet die “Bewegung im Transitraum” auf das...

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