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Transiträume und transitorische Begegnungen in Literatur, Theater und Film

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Edited By E.W.B. Hess-Lüttich, Sabine Egger and Withold Bonner

In Literatur und Medien sind Bahnhöfe, Flughäfen, Häfen, Parkplätze (und die damit assoziierten Verkehrsmittel) allgegenwärtig. Das gilt auch für Flüchtlingslager und deren Umgebungen. Angesichts transnationaler Mobilität als Alltagserfahrung sind «Transiträume» (Foucault), «Räume» (de Certeau), «Nicht-Orte» (Augé) und «liminale» Räume (Turner) im «Grenzbereich» (Lotman) zu einem unübersehbaren Topos geworden. In der Sprach-, Literatur- und Kulturtheorie trägt das Konzept des «spatial turn» dieser Entwicklung Rechnung. Transitorische Begegnungen in Grenzbereichen sind zugleich eine Herausforderung für das offene Konzept der Interkulturalität. Dies diskutiert der vorliegende Band anhand von Fragen wie diese: Was für Begegnungen finden in Transiträumen statt? Stellen derartige Begegnungen bestehende Identitätskonzepte in Frage? Kann ein Transitraum einen Rahmen für Transdifferenz oder Hybridität bilden? Wie beeinflusst die Bewegung in verschiedenen Transportmitteln sinnliche und kulturelle Perspektiven? Wie unterscheiden sich Räume in verschiedenen Gattungen, Medien oder Künsten? Wie stehen sie miteinander in Bezug? Experten interkultureller Germanistik aus aller Welt antworten darauf in ihren Beiträgen aus literatur-, kultur- und medienwissenschaftlicher Sicht.

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Flucht aus dem Dunkel: Nihat Behrams Schwalben des verrückten Lebens (Theresa Specht)

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Theresa Specht (Osaka)

Flucht aus dem Dunkel: Nihat Behrams Schwalben des verrückten Lebens

Abstract: Nihat Behram’s novel Swallows of Cursed Life (Turkish original: Lanetli Ömrün Kırlangıçları 1991) tells the short and painful life of the young refugee Ali, born in a village somewhere near the Turkish-Syrian border. Ali is raised in Anatolia – in a ‘city of darkness’– where the authorities rule with brutal violence. Suffering abuse, Ali finds himself constantly on the run until he finally arrives in a city in the ‘light of Europe’ – only to perish in the fire of a collapsing house, his shelter. Ali’s death marks the starting point of the novel which is told by a nameless narrator who – motivated by the announcement of an unidentified death in a newspaper – starts to investigate and reconstruct the young refugee’s life. In this article I will analyse the novel’s juxtaposition of darkness and light. In doing so, I hope to draw some noteworthy conclusions in the context of Kurdish exile literature.

1 Einleitung

Pierre Dupont, der fiktive Flugreisende, den Marc Augé in seinem Vorwort zu Nicht-Orte skizziert, ist ein typischer geschäftlich Reisender in der globalisierten Welt, welche von einer nahezu uneingeschränkten Mobilität von Personen und Waren gekennzeichnet ist. Er ist unterwegs von Frankreich nach Asien, um dort einen Geschäftspartner zu treffen. Prozeduren wie das Einchecken und die Zollformalitäten bringt er problemlos hinter sich und genießt dann das „Gefühl...

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