Show Less
Restricted access

Transiträume und transitorische Begegnungen in Literatur, Theater und Film

Series:

Edited By E.W.B. Hess-Lüttich, Sabine Egger and Withold Bonner

In Literatur und Medien sind Bahnhöfe, Flughäfen, Häfen, Parkplätze (und die damit assoziierten Verkehrsmittel) allgegenwärtig. Das gilt auch für Flüchtlingslager und deren Umgebungen. Angesichts transnationaler Mobilität als Alltagserfahrung sind «Transiträume» (Foucault), «Räume» (de Certeau), «Nicht-Orte» (Augé) und «liminale» Räume (Turner) im «Grenzbereich» (Lotman) zu einem unübersehbaren Topos geworden. In der Sprach-, Literatur- und Kulturtheorie trägt das Konzept des «spatial turn» dieser Entwicklung Rechnung. Transitorische Begegnungen in Grenzbereichen sind zugleich eine Herausforderung für das offene Konzept der Interkulturalität. Dies diskutiert der vorliegende Band anhand von Fragen wie diese: Was für Begegnungen finden in Transiträumen statt? Stellen derartige Begegnungen bestehende Identitätskonzepte in Frage? Kann ein Transitraum einen Rahmen für Transdifferenz oder Hybridität bilden? Wie beeinflusst die Bewegung in verschiedenen Transportmitteln sinnliche und kulturelle Perspektiven? Wie unterscheiden sich Räume in verschiedenen Gattungen, Medien oder Künsten? Wie stehen sie miteinander in Bezug? Experten interkultureller Germanistik aus aller Welt antworten darauf in ihren Beiträgen aus literatur-, kultur- und medienwissenschaftlicher Sicht.

Show Summary Details
Restricted access

The Invisible Men: Tel Aviv als Gegen- und Transitraum für schwule Palästinenser (Joachim Warmbold)

Extract

Joachim Warmbold (Tel Aviv)

The Invisible Men: Tel Aviv als Gegen- und Transitraum für schwule Palästinenser

Abstract: Yariv Mozer’s documentary film The Invisible Men (2012) deals with a delicate and fairly unknown subject: it depicts the life of gay Palestinians fleeing persecution and punishment for their ‘otherness’ and their attempts at building a new, safer existence away from home. The first stop for most of them is, perhaps not surprisingly, Tel Aviv, Israel’s gay-friendly metropolis. Yet, Tel Aviv does not offer a safe haven for gay Palestinians; at best it presents a temporary hiding place and a transit stop on their long and complicated quest for political asylum in a third country.

Alljährlich im Juni findet in Tel Aviv das sogenannte TLV-Fest statt, die speziell Tel Aviver Spielart einer andernorts oft unter der Bezeichnung LGBT – Lesbian, Gay, Bisexual & Transgender – Festival bekannten Veranstaltung. Gut zehn Tage lang feiert dann Tel Avivs kehila, so die hebräische Bezeichnung für community, Gemeinschaft, in diesem Fall natürlich die gay community, sich und ihre Stadt zusammen mit Tausenden von Besuchern aus dem In- und Ausland und unzähligen gay-friendly ‚Heteros‘ als „the best gay city in the world“ – so American Airlines im Jahr 2011 – , als „gay capitol [sic] of the Middle East“ (American Airlines 2011).

Seit 2006 veranstaltet die Cinémathèque Tel Aviv im Rahmen dieser Veranstaltungen ein jeweils einwöchiges Gay Film-Festival. Den Auftakt lieferte im Juni 2006 der...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.