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Kieler Meeresforschung im Kaiserreich

Die Planktonexpedition von 1889 zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit

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Lisa Kragh

Die Freiheit der Forschung stieß schon immer an gewisse Grenzen, wenn Wissenschaftler auf die Finanzierung ihrer Untersuchungen durch Dritte angewiesen waren. Neben persönlichen Netzwerken entschied in einer solchen Konstellation oft die subjektiv empfundene Nützlichkeit des Projekts über den Ausgang von Finanzierungsverhandlungen. Folglich gewann die Überzeugungskraft der ins Feld geführten Rechtfertigungsnarrative großen Einfluss auf die Realisierbarkeit kostspieliger Forschungsvorhaben. Am Beispiel der von Victor Hensen konzipierten Planktonexpedition von 1889 zeichnet diese Studie anschaulich die Genese einer erfolgreichen Legitimationsstrategie nach und konturiert die vorgebrachten wissenschaftsimmanenten, machtpolitischen und ökonomischen Motive sowie die Nachwirkungen der Expedition vor dem Hintergrund des Kaiserreichs.

Die Studie wurde mit dem Nachwuchspreis der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte ausgezeichnet.

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Vorwort des Reihenherausgebers

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Lisa Kragh ist im Kreis der schleswig-holsteinischen Regionalgeschichtsforschung längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. So hat sie nicht nur im Jahr 2014 einen inhaltlich tiefschürfenden Beitrag für die Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte zum Konnex von Bauernschaft und Waldrückgang im mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Schleswig-Holstein verfasst, der seinerseits aus einer mit sehr gut bewerteten Seminararbeit hervorgegangen war. Sie hat zudem als fachkundige Referentin beim 2016 veranstalteten Eutiner Arbeitsgespräch zur norddeutschen Reisegeschichte, bei der Ringvorlesung zu Expeditionen Kieler Wissenschaftler im Sommersemester 2016 sowie bei der Plöner Tagung zu den „kleinen“ Herzögen von Sonderburg-Plön im Mai desselben Jahres mitgewirkt und in diesem Zusammenhang das jeweilige Auditorium nicht nur durch ihren druckreifen Vortrag, sondern und mehr noch durch ihre ruhige Sicherheit in der sich daran anschließenden Diskussion tief beeindruckt.

Lisa Kraghs hervorragende, 2015 fertiggestellte Masterarbeit wurde – nach dem gerade Gesagten kaum mehr überraschend – im nun schon oft genannten Jahr 2016 mit dem Preis der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte für herausragende Nachwuchsarbeiten prämiert. Insofern liegt es gewissermaßen nur in der Konsequenz der Sache begründet und stellt einen weiteren Markstein in der jetzt schon beachtlichen Reihe von Erfolgen einer jungen, hoffnungsvollen Nachwuchswissenschaftlerin dar, dass ihr wissenschaftliches Erstlingswerk Aufnahme in die „rote“ Reihe der Kieler Abteilung für Regionalgeschichte findet. Das geschieht aus inhaltlichen wie formalen Gründen. Frau Kraghs Arbeit besticht nämlich durch einen klaren Aufbau und eine flüssig zu lesende Sprache zugleich. Sie...

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