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Österreichische Literatur zwischen Moderne und Postmoderne

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Stefan H. Kaszynski

Das Buch ist ein Wegweiser durch die österreichische Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts. Der Autor nutzt als stoffordnendes Prinzip seine Theorie des österreichischen Kultur-Codes, um sinnstiftende Zusammenhänge zu bilden, die das Zusammenwachsen einer Literatur zeigen, welche aus vielen Kulturtraditionen besteht. Die multinationale Herkunft verleiht dieser Literatur eine Verwandlungsfähigkeit, die ihr die Überbrückung der Katastrophen des 20. Jahrhunderts ermöglichte. Im Zentrum der Untersuchung stehen zwei aufeinander eingestimmte Bewegungen, die Moderne und die Postmoderne, welche das Bewusstsein der österreichischen Literatur geprägt haben. Der Autor analysiert die charakteristischen Merkmale dieser Bewegungen unter anderem anhand der Werke von Arthur Schnitzler, Robert Musil, Rainer Maria Rilke, Franz Kafka, Elias Canetti, Paul Celan, Ingeborg Bachmann und Peter Handke.

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I. Die Identität des Nichtidentischen

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I.  Die Identität des Nichtidentischen

Die Schwierigkeiten bei der Identitätsbestimmung der österreichischen Literatur haben ihren Ursprung in der komplizierten Geschichte Österreichs, einem Staat, dessen politische, wirtschaftliche und kulturelle Eigenständigkeit heutzutage niemand bestreitet. Dem war aber nicht immer so, das Selbstbewusstsein der modernen Österreicher hatte sich im Prozess einer langwierigen Emanzipation entwickelt, der stets von einer mentalen und kulturellen Unsicherheit begleitet wurde. Geht man den Spuren der historischen Dokumente nach, so tritt der Begriff Österreich erstmalig im Jahre 996 im Kontext der Markgrafschaft „Ostarrichi“ auf, einem politischen Gebilde ohne nationale Konnotationen. Aus der Geschichtsschreibung weiß man, dass auf den Gebieten des heutigen Österreichs zunächst die Kelten lebten, später bauten hier die Römer ihre Festungsanlagen und danach haben sich dort die Germanen angesiedelt. Im Jahre 1156 spricht man bereits von einem Herzogtum, das dann in das Erzherzogtum Österreich umgewandelt wurde. Nach der Wahl des Habsburgers Rudolf I. zum König von Deutschland und bald danach zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation gehörte Österreich in verschiedenen ethnischen Konfigurationen bis 1806 dem Deutschen Reich an. Den Absichten Napoleons zur Auflösung des Deutschen Reiches zuvorkommend, ernannte sich 1804 Kaiser Franz II. aus dem Hause Habsburg zum souveränen Kaiser von Österreich und ging unter dem Namen Franz I. in die Weltgeschichte ein.

Seit dem 13. Jahrhundert war die Geschichte Österreichs eng mit dem Geschlecht der aus der Schweiz stammenden Habsburger verbunden. Im Jahre 1556 gelang es...

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