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Österreichische Literatur zwischen Moderne und Postmoderne

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Stefan H. Kaszynski

Das Buch ist ein Wegweiser durch die österreichische Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts. Der Autor nutzt als stoffordnendes Prinzip seine Theorie des österreichischen Kultur-Codes, um sinnstiftende Zusammenhänge zu bilden, die das Zusammenwachsen einer Literatur zeigen, welche aus vielen Kulturtraditionen besteht. Die multinationale Herkunft verleiht dieser Literatur eine Verwandlungsfähigkeit, die ihr die Überbrückung der Katastrophen des 20. Jahrhunderts ermöglichte. Im Zentrum der Untersuchung stehen zwei aufeinander eingestimmte Bewegungen, die Moderne und die Postmoderne, welche das Bewusstsein der österreichischen Literatur geprägt haben. Der Autor analysiert die charakteristischen Merkmale dieser Bewegungen unter anderem anhand der Werke von Arthur Schnitzler, Robert Musil, Rainer Maria Rilke, Franz Kafka, Elias Canetti, Paul Celan, Ingeborg Bachmann und Peter Handke.

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VI. Im Blickfeld neuer Herausforderungen

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VI.  Im Blickfeld neuer Herausforderungen

Schwierige Konsolidierung

Im Jahre 1955 hatte Österreich seine volle Souveränität wiedergewonnen, im Friedensvertrag mit den Großmächten wurde zugleich die immerwährende Neutralität der Republik Österreich festgeschrieben. Die neue politische Situation hatte einen Rahmen für die weitere kulturelle Entwicklung des Landes geschaffen, diese Möglichkeiten stellten auch die Literatur vor die Aufgabe der Konkretisierung ihrer Zielesetzung, die Kulturpolitik leitete einen Integrationskurs ein, der einer Annäherung der politisch, generationsmäßig und ästhetisch zerspaltenen Lager dienen sollte. In den regierenden Kreisen war man sich der Rolle der Literatur im Bildungsprozess des Selbstbewusstseins Österreicher bewusst, deswegen beauftragte man schon 1956 den Grazer Stiasny Verlag mit der Herausgabe der Buchreihe „Das österreichische Wort“, die in Einzelbänden die Errungenschaften der österreichischen Literatur vom Mittelalter bis in die Gegenwart dokumentieren sollte. Unter den 138 herausgegebenen, gleichförmigen Büchern befanden sich u.a. die Essaysammlung Das Große Erbe (1962), welche die Verwendung des Begriffs österreichische Literatur legitimeren sollte, und die Lyrikanthologie Das zeitlose Wort (1964), die Gedichte der modernen Poeten verschiedener politischer und ästhetischer Richtungen in der Auswahl von Schönwiese und Strelka einem breiten Leserpublikum präsentierte. Im Rahmen dieses Projekts hatte auch der Stiasny-Verlag die literarische Monatsschrift „Wort in der Zeit“ ediert, die vom ehemaligen Ständestaats-Kulturpolitiker Rudolf Henz seit 1961 herausgegeben und von dem Nachkriegslyriker Gerhard Fritsch redigiert wurde. Die beiden Literaten haben später zusammen mit dem Kritiker Paul Kruntorad die Zeitschrift...

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