Show Less
Restricted access

Österreichische Literatur zwischen Moderne und Postmoderne

Series:

Stefan H. Kaszynski

Das Buch ist ein Wegweiser durch die österreichische Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts. Der Autor nutzt als stoffordnendes Prinzip seine Theorie des österreichischen Kultur-Codes, um sinnstiftende Zusammenhänge zu bilden, die das Zusammenwachsen einer Literatur zeigen, welche aus vielen Kulturtraditionen besteht. Die multinationale Herkunft verleiht dieser Literatur eine Verwandlungsfähigkeit, die ihr die Überbrückung der Katastrophen des 20. Jahrhunderts ermöglichte. Im Zentrum der Untersuchung stehen zwei aufeinander eingestimmte Bewegungen, die Moderne und die Postmoderne, welche das Bewusstsein der österreichischen Literatur geprägt haben. Der Autor analysiert die charakteristischen Merkmale dieser Bewegungen unter anderem anhand der Werke von Arthur Schnitzler, Robert Musil, Rainer Maria Rilke, Franz Kafka, Elias Canetti, Paul Celan, Ingeborg Bachmann und Peter Handke.

Show Summary Details
Restricted access

Vorbemerkung

Extract



Das vorliegende Buch könnte eigentlich Österreichische Literatur zwischen Moderne und Postmoderne, erzählt von einem ausländischen Literarhistoriker heißen, wobei der Schwerpunkt dieser Vorformulierung auf den Schlüsselbegriff „erzählt“ gelegt werden soll. Mit dem Verb „erzählt“ wird gewissermaßen der subjektive Blickpunkt des Autors beim Beschreiben und Urteilen vorgezeichnet. Durch das Wort „Blickpunkt“ wird zudem der Standort des Autors bestimmt, der hiermit die Position eines neutralen Flaneurs durch die österreichische Bücherwelt einnimmt. Immerhin hat der Verfasser dieser Überlegungen ein halbes Jahrhundert lang als Universitätslehrer den Studierenden die österreichische Literatur vermittelt und in Seminaren über die Grundzüge dieser Literatur diskutiert. Zahlreiche Gespräche mit Studenten und Fachkollegen in Österreich haben erwiesen, dass man im sachbezogenen Meinungsaustausch über die österreichische Literatur so manche Unklarheit über den Gegenstand beseitigen kann, besonders in Fällen, wo die verfügbaren Instrumente der Literaturwissenschaft unzureichend sind, um die inneren Widersprüche des Gegenstands aufzuheben. Trotz der Versuche, methodologische Klarheit im Kommunikationssystem zu schaffen, blieben die Identitätsfrage und die daraus resultierende zeitliche und räumliche Konturlosigkeit der österreichischen Literatur weiterhin umstritten.

Da der Begriff österreichische Literatur, obwohl sie als Gegenstand existiert, sich den poetologischen Regeln entzieht und deshalb undefinierbar bleibt, ist es sinnvoll, den Forschungsbereich in Anlehnung an vorhandene literarhistorische Muster zu beschreiben. Um diese Aufgabe möglichst präzise zu realisieren, sollte man einen eigenen methodologischen Zugang entwickeln. Zu diesem Zweck hat der Autor ein kulturanthropologisches Konzept des österreichischen Kultur-Codes erarbeitet, das sich vor...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.