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Berufliche Beratung Älterer

Edited By Bernd-Joachim Ertelt and Michael Scharpf

Die Bedeutung beruflicher Beratung Älterer wird aus individueller, arbeitsmarktbezogener und gesellschaftlicher Sicht gegenwärtig in allen einschlägigen nationalen und internationalen Dokumenten betont. Allerdings fehlt bislang eine systematische, wissenschaftsbasierte und praxisrelevante Auseinandersetzung mit den sich daraus ergebenden Anforderungen für Beratungsfachkräfte und Institutionen. Dieser Band beinhaltet 14 Artikel aus dem In- und Ausland zur beruflichen Beratung Älterer und weist Facetten des aktuellen Forschungs- und Entwicklungsstandes auf. Die Beiträge zur angewandten Beratungsforschung, Qualifizierung der Beratungsfachkräfte und zu guten Praxisbeispielen ermöglichen eine Betrachtung der Thematik aus verschiedenen Perspektiven.

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Einleitung

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Bis heute verbindet man noch hie und da – selbst in der Fachöffentlichkeit – mit dem Begriff „Berufsberatung“ primär die Hilfe bei Übergängen in der individuellen Berufslaufbahn.1 Auch zeigt sich im internationalen Vergleich, dass die entsprechenden Informations- und Beratungsangebote vor allem auf die Berufserstwahl bzw. den Übergang in den Arbeitsmarkt nach der Ausbildung bzw. dem Studium zielen.

Doch in den 1990er Jahren vollzog sich – besonders auf europäischer Ebene – ein allmählicher Wandel hin zu einer lebensbegleitenden beruflichen Beratung, wobei wesentliche Impulse hierzu von der zuständigen Fachabteilung der Hauptstelle der BA ausgingen (vgl. Ertelt 2015, S. 18). Diese hatten auch deshalb Gewicht, weil die BA innerhalb der Öffentlichen Arbeitsverwaltungen (PES) weltweit über das wohl umfangreichste berufs- und beschäftigungsbezogene Beratungsangebot für alle Altersgruppen verfügt. Im internationalen Vergleich sind demgegenüber – bis heute – die Berufsberatungsdienste für Jugendliche in der Regel vornehmlich im Bildungssystem bzw. im Zuständigkeitsbereich der Bildungsministerien angesiedelt, während diejenigen für Erwerbstätige und Arbeitsuchende den Ministerien für Arbeit unterstehen.

Dazu kommt, dass die gesetzliche und fachliche Grundorientierung der BA auch personalwirtschaftliche und arbeitsmarktbezogene Beratungsdienstleistungen einbezieht, was für eine realitätsnahe lebensbegleitende Beratung unabdingbar ist. Diese ganzheitliche Ausrichtung schlägt sich unmittelbar in der Qualifizierung ihrer Beratungsfachkräfte nieder, wie vergleichende curriculare Analysen zeigen (Ertelt, Weber, Katsarov 2012; Ertelt 2007).

Einen wesentlichen Meilenstein für eine lebensbegleitende Berufsberatung auf europäischer Ebene stellt das von der OECD/EU-Kommission herausgegebene „Handbuch für politisch...

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