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Verträge über individuelle Software nach deutschem und spanischem Recht

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Matthias Schassek

Die individuelle Erstellung oder Anpassung von Softwarelösungen ist für Auftraggeber wie Auftragnehmer zumeist mit erheblichen wirtschaftlichen Risiken verbunden. Darüber hinaus wirft die rechtliche Behandlung solcher komplexen Langzeitprojekte zivilrechtliche Fragestellungen auf, für die weder das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) noch das spanische Zivilgesetzbuch, der Código Civil, ausdrückliche Regelungen enthält. Anhand konkreter Interessenkonflikte, wie sie in der Praxis immer wieder vorkommen, untersucht der Autor, zu welchen Lösungen Rechtsprechung und Rechtslehre auf spanischer Seite einerseits und auf deutscher Seite andererseits gelangen. Bei dem Rechtsvergleich wird von solchen Fallkonstellationen ausgegangen, bei denen die Vertragschließenden jeweils eine deutsche und eine spanische Firma sind. Dieses Buch versteht sich nicht nur als wissenschaftlicher Beitrag zur deutsch-spanischen Privatrechtsvergleichung, es wendet sich darüber hinaus auch an deutschsprachige Rechtsanwender, um diesen einen vertiefenden Einblick in die Behandlung von Software-Erstellungsverträgen nach spanischem Recht zu vermitteln.

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D. Der Software-Erstellungs-/Anpassungs-Vertrag

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D.  Der Software-Erstellungs-/Anpassungs-Vertrag

I.  Die Softwareentwicklung

1.  Modelle zur Softwareentwicklung

a)  Überblick

Die seit den 1960er Jahren aufstrebende Softwareindustrie134 geriet aufgrund steigender Fehlerquoten in den 1970er Jahren in ihre erste Krise, der dadurch begegnet wurde, dass ingenieurswissenschaftlich orientierte Vorgehensmodelle zur Softwareerstellung entwickelt wurden135. Vorgehensmodelle dienen demnach sowohl dem Risikomanagement als auch der Qualitätssicherung in Softwareentwicklungsprojekten136. Dabei lassen sich die vielfältigen Modelle zur Erstellung von Custom Software – der Übersicht halber grob vereinfacht – in drei unterschiedliche Gruppen aufteilen: die klassischen Phasenmodelle, das Prototyping und die modernen iterativen Vorgehensmodelle.

b)  Klassische Phasenmodelle

Beim Phasenkonzept handelt es sich um ein Vorgehensmodell, bei dem der gesamte Prozessablauf – von der Planung über die Nutzung bis zur Pflege des IT-Projekts – in zeitlich-logische Phasen gegliedert ist. Auch wenn sich die diversen Phasenmodelle in der Anzahl und Bezeichnung der Phasen unterscheiden mögen, so weisen sie jedoch stets die folgenden fünf Phasen auf:

Die Idee des Phasenkonzepts ist es, dass am Ende jeder Phase eine Qualitätssicherungsprüfung steht und erst nach erfolgreichem Abschluss dieser Prüfung mit der nächstfolgenden Phase begonnen werden darf138. In der Analysephase wird die Ist-Situation untersucht und ein Sollkonzept erstellt, das die fachlichen Inhalte in der Sprache des Auftraggebers beschreibt, während in der Entwurfsphase das Fachkonzept in einen datenverarbeitungstechnischen Entwurf überführt wird139. Der Nachteil der klassischen Phasenmodelle besteht einerseits darin, dass vor allem bei innovativen Programmentwicklungen nicht mit Sicherheit festzustellen...

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