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Variation durch Sprachkontakt

Lautliche Dubletten im Luxemburgischen

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François Conrad

Das Luxemburgische ist stark durch Sprachkontakt mit dem Deutschen und Französischen geprägt. Der Band untersucht den Niederschlag dieses Kontakts auf der lautlichen Ebene. Im Fokus stehen «lautliche Dubletten» – luxemburgische Wörter mit einer germanischen und einer romanischen Aussprachevariante. Die quantitativ-soziolinguistische Untersuchung analysiert erstmalig, welche Gruppen von SprecherInnen diese Dubletten germanisch oder romanisch artikulieren. Die Ergebnisse zeigen einen Sprachwandel auf, bei dem sich die Präferenz für romanische Aussprachen zugunsten der germanischen verändert. Die Arbeit verdeutlicht anschaulich die Dynamik einer Sprache im Spannungsfeld zweier großer Kulturnationen und innerhalb einer komplexen mehrsprachigen Gesellschaft.

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4.3.3.2 Verteilung der Varianten

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Abbildung 85 zeigt für die acht Testwörter der Variable ʑ/g den Anteil an germanischen und romanischen Aussprachen. Der Großteil der Testwörter zeigt eine zum Teil eindeutige Präferenz für romanische Aussprachen. Nur logistesch wurde in weniger als der Hälfte der Fälle romanisch ausgesprochen, genetesch und gymnastesch zeigen variable Werte. Die drei Testwörter auf -esch zeigen somit die niedrigsten Werte, was einen Einfluss der Morphologie nahelegt (siehe hierzu ausführlicher Abschnitt 4.5.4.).

Im Vergleich zu der Mehrheit der anderen Variablen sind die Unterschiede zwischen den acht Testwörtern recht gering. Die romanischen Anteile überwiegen mit durchschnittlich 74% eindeutig, was die Aussprachebelege des LOD bestätigt. Die klare Tendenz zur romanischen Aussprache wird zusätzlich dadurch unterstrichen, dass von den fünf nicht-variablen Testwörter, die über 95% romanische Anteile zeigten und daher von der Untersuchung ausgeschlossen wurden, drei der Variable ʑ/g angehören (Logik, Technologie, Allergie). Von den insgesamt elf Testwörtern der Variable zeigen acht Wörter romanische Anteile über 80%. ← 205 | 206 →

Abbildung 85: Anteil germanischer und romanischer Aussprachen, Testwörter der Variable ʑ/g

Entsprechend liegt der Streuungsschwerpunkt für die Testpersonen im oberen Drittel des Variationsbereichs (Abbildung 86). Nur drei Ausreißer haben weniger als 30% romanische Formen realisiert. Die individuelle Variation ist für diese Variable insgesamt somit nicht sehr groß.

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