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Didaktische Analyse der Metapher

Theoretische und empirische Rekonstruktion von Verstehensanforderungen und Verstehenspotenzialen

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Marie Lessing-Sattari

Diese Untersuchung verfolgt das Ziel, Metaphorik als Anlass von problementdeckenden Verstehensprozessen und als kognitiv-konstruktiven Unterrichtsgegenstand zu modellieren. Damit widerspricht sie der Tendenz unserer Unterrichtskultur, die Metapher als bloßes Stilmittel zu entproblematisieren, wodurch das metaphorische Erkenntnispotenzial im Deutschunterricht ungenutzt bleibt. Die Autorin entwickelt zunächst die metaphorische Struktur und das verstehende Subjekt getrennt voneinander. Die anschließende Lautes-Denken-Studie nimmt sodann exemplarisch die Interaktion von Struktur und Subjekt in den Blick und leitet daraus Irritation, Ähnlichkeitsdenken und Erkenntnisbildung als zentrale Verstehensanforderungen und Bildungspotenziale ab.

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4. Subjekt und Verstehensprozess – Voraussetzungen für das Metaphernverstehen

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4.   Subjekt und Verstehensprozess – Voraussetzungen für das Metaphernverstehen

In Kapitel 3 wurden wesentliche Dimensionen der metaphorischen Struktur erarbeitet und Hypothesen zu ihrer Anforderungsstruktur aufgestellt. „Struktur“ wird folglich als Bestandteil eines pragmatischen Konstrukts gedacht, das nur unter Einschluss des „Subjekts“ vollständig erscheint (Zimmermann 2000, S. 27). Die rekonstruierten mikro- und makrostrukturalen sowie funktionalen Aspekte eröffnen dem Rezipienten bzw. der Rezipientin eine Anforderungsbasis mit der er bzw. sie kognitiv-konstruktiv umgehen muss, um zu einem Verständnis der jeweiligen Metapher zu gelangen. Dies kann sowohl „‚blitzschnell‘, in einem Nu“ (Zymner 2003, S. 143) als auch in einem bewussten Interpretationsprozess erfolgen. Im vorliegenden Kapitel soll nun ein Beschreibungsmodell für das Verstehen von Metaphern als kognitiv-konstruktiven Bedeutungsphänomenen entwickelt werden, um anhand dieser theoretischen Vorarbeiten im anschließenden Kapitel individuelle empirische Verstehensprozesse und auf dieser Basis metaphorische Verstehensanforderungen und Verstehenspotenziale exemplarisch rekonstruieren zu können (siehe Kapitel 5). Das Metaphernverstehenskonstrukt bzw. -modell muss im Wesentlichen drei Ansprüchen Genüge leisten: (1) Es muss das Verstehen der profilierten kognitiv-konstruktiven Anforderungsstrukturen beschreibbar machen (siehe Kapitel 3). Daraus folgt, dass es sowohl das Verstehen divergierender Mikrostrukturen erfassen können muss als auch den Umgang mit textuell eingebundenen Metaphern. (2) Doch das Modell darf sich nicht nur auf die Beschreibung des Verstehens verschiedenster sprachlicher Metaphernstrukturen beschränken, sondern muss mit Blick auf die Forschungsfrage auch interindividuelle Unterschiede, d. h. relevante Lesermerkmale, als Determinanten des Verstehens berücksichtigen. (3) Und schließlich folgt aus der textuellen Einbindung von Metaphern,...

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