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Graphematische Untersuchungen zur ostdeutschen «Apostelgeschichte» aus dem 14. Jahrhundert

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Piotr A. Owsiński

Die Monographie präsentiert die Ergebnisse der graphematischen Analyse der deutschen Übersetzung der «Apostelgeschichte» aus dem 14. Jahrhundert. Der Autor analysiert die Ergebnisse insbesondere im Hinblick auf die Ostkolonisation. Die Studie korrespondiert mit den Forschungen zum Mittel- und Frühneuhochdeutschen und den Kanzleisprachen, in denen die mundartlichen Sprachmerkmale aus dem ostmitteldeutschen Dialektkreis mit der Koexistenz von nieder- und oberdeutschen Elementen schriftlich fixiert wurden. Der Autor untersucht die Sprachmerkmale der sächsischen Kanzlei in ihrer regionalen, für die Kanzlei des Deutschordensstaates charakteristischen Prägung.

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6 Resümee: Schreibgewohnheiten des Übersetzers der Apostelgeschichte von St. Lucas

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Die Beschäftigung mit der Sprache der von uns untersuchten Apostelgeschichte verlangt noch einige Erklärungen. Eindeutig muss festgestellt werden, dass das klare Beispiel der Beziehung zwischen der Religion und der Sprachgeschichte in unserem Textkorpus anzutreffen ist. Da die Religion seit immer eine soziale Frage war (ist), hängt sie immer mit der sprachlichen Kommunikation zusammen. Sie erzwingt mehr oder minder ein sprachliches Handeln. Der Sprachgebrauch der Menschen hängt unzweifelhaft von ihnen selbst ab, sowie von den Zielen, die den Sprachbenutzern vorschweben. Natürlicherweise findet er auch seinen Ausdruck in der (geschriebenen) Sprache. Im Folgenden wird versucht, den Ausschnitt der Sprachgeschichte des Deutschen anhand eines sakralen Textes darzustellen. Im Falle der sprachlich analysierten, deutschen Übersetzung der Apostelgeschichte müssen wir darauf Rücksicht nehmen, dass sie sich in die Liste von deutschen vorlutherischen Bibelübertragungen eintragen lässt. Sie kommt somit aus der Zeit, als die Bibeltranslate, die vor Luther erschienen sind, nicht als vollkommen vorzüglich betrachtet werden (wurden). Interessanterweise begegnen uns solche Textstellen in der Königsberger vel Marienburger Bibel, die den „lutherischen Ideen“ ähnlich sind, obwohl der berühmte Autor des Septembertestaments über hundert Jahre später lebte und wirkte. Aus diesem Grunde scheint unsere Übersetzung um so reizvoller zu sein, als die Übersetzungstendenzen samt den Sprachgewohnheiten des Übersetzers, seiner Schriftsprache und des potentiellen Textrezipienten in der geschriebenen Sprache wiedergespiegelt wurden.

Vor allem muss man sich dessen bewusst sein, dass die deutsche Schriftsprache des späten Mittelalters noch in ihren Anfängen...

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