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Symbole des Lebenslaufes

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Ieva Reinersmann

Dieses Buch befasst sich mit Symbolen des Lebenslaufes. Im Rahmen der Individualisierung sind die kollektiv verbreiteten Bilder des Lebenslaufes aus dem kulturellen Raum weitgehend verschwunden. Das Hauptziel der Autorin ist die empirische Erforschung aktuell verbreiteter Vorstellungen vom menschlichen Lebenslauf in Form von Bildern, Metaphern und konkreten Zeichnungen. Sie kombiniert dabei im methodischen Design qualitative und quantitative Zugänge miteinander und analysiert neben alters- und geschlechtstypischen Effekten auch kulturelle Einflüsse im Vergleich von Deutschland und Litauen zueinander.

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2 Theoretischer Hintergrund

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2 Theoretischer Hintergrund

2.1 Das Symbol

2.1.1 Der Mensch als „animal symbolicum“

Seit dem überlieferten Anfang der Geschichte gelten die Symbole als ein Urbestandteil des menschlichen Denkens (vgl. Benedetti, 1992). Seit etwa 32.000 Jahren schafft der Mensch Symbole in der Form von Felszeichnungen und Höhlenmalereien (vgl. Billmann-Mahecha, 2010). Symbole tauchen in Kunst und Religion, in Mythen, Märchen und Träumen auf. Sie begegnen uns auch im Alltag auf Schritt und Tritt und zwar nicht nur als Schrift, Ziffern oder mathematische Symbole, sondern auch als Piktogramme, die wir auf Geh- und Verbotsschildern, Orientierungshinweisen, Verpackungen, Anleitungen, Landkarten und vielem mehr finden (vgl. Billmann-Mahecha, 2014). Die Sprache und sogar die Wissenschaft können als sehr abstrahierte symbolische Formen betrachtet werden. Laut Ernst Cassirer (2010) ist es die Fähigkeit zur Symbolisierung, die es uns Menschen durch die Schaffung verschiedener kultureller Formen erlaubt, uns aus den Begrenzungen der Natur zu befreien. Unsere Fähigkeit, Symbole zu erschaffen und zu benutzen, unterscheidet uns wahrscheinlich mehr als alles andere von (anderen) Tieren (vgl. Berger, 1989; Pietikainen, 1998).

Im fundamentalen Begriff der Symbolisierung – gleichwohl ob mystischer, praktischer oder mathematischer Art –, so Susanne Langer (1979), liegt der Schlüssel zu aller menschlichen Existenz. Ernst Cassirer bezeichnet daher den Menschen als „animal symbolicum“ (vgl. Paetzold, 1993; Saner, 1998). In seinem „Essay on Man“ nennt er das Symbol „the way to civilisation“ (Krois, 1988, S. 29). „Die Erfindung oder Entdeckung von Symbolen ist zweifellos das bei weitem größte einzelne...

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