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Symbole des Lebenslaufes

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Ieva Reinersmann

Dieses Buch befasst sich mit Symbolen des Lebenslaufes. Im Rahmen der Individualisierung sind die kollektiv verbreiteten Bilder des Lebenslaufes aus dem kulturellen Raum weitgehend verschwunden. Das Hauptziel der Autorin ist die empirische Erforschung aktuell verbreiteter Vorstellungen vom menschlichen Lebenslauf in Form von Bildern, Metaphern und konkreten Zeichnungen. Sie kombiniert dabei im methodischen Design qualitative und quantitative Zugänge miteinander und analysiert neben alters- und geschlechtstypischen Effekten auch kulturelle Einflüsse im Vergleich von Deutschland und Litauen zueinander.

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2.3 Symbole des Lebenslaufes

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2.3 Symbole des Lebenslaufes

2.3.1 Der Mensch erschafft Symbole für seinen Lebenslauf

Jede Gesellschaft entwickelt zwangsläufig Maßstäbe für eine grundlegende Orientierung in Raum und Zeit (vgl. Ecarius, 1998). Soweit wir zurückdenken können, haben Menschen offenbar Bilder über die Beschaffenheit ihrer äußeren Welt entwickelt und benutzt. Im Laufe der Menschheitsgeschichte erst einmal entstanden, haben bestimmte Ideen dann als individuelle und kollektive Leitbilder die bisherige Lebens- und Weltgestaltung der Menschen bestimmt (vgl. Hüther, 2006). Alle menschlichen Kulturen haben sich mit der biologischen Dimension unserer Existenz – mit unserem Schicksal zu altern und schließlich zu sterben – auseinandergesetzt (vgl. Ehmer, 1990). „Jede Epoche hat ihre bestimmten Vorstellungen von den Lebensabschnitten, wann diese beginnen, wann sie enden, welche Symptome sie kennzeichnen und welche menschlichen Verhaltensmuster ihnen zukommen“ (Vavra, 2008, S. 2). In jeder Kultur wird der Ablauf des menschlichen Lebens in mehrere unterschiedliche Etappen gegliedert, deren Dauer, Grenzen und Charakteristika mehr oder weniger präzise definiert werden können (vgl. Philibert, 1978). Auch wenn es keine fixierten und generalisierbaren Alterszäsuren geben kann, dienen sie dazu, als regulative Ideen kultur- und zeitübergreifend das menschliche Leben sinnhaft zu gliedern (vgl. Fitzon et al., 2011).

Der Mensch ist das einzige Wesen auf dieser Erde, das sich der Begrenztheit seiner Lebenstrecke im Hegel’schen Sinne bewusst ist (vgl. Zemmrich, 1992; Assmann, 2000). Das irdische Leben ist befristet, was von der Menschheit in den Augen von Herkommer (2005) von jeher als Provokation erlebt wird....

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