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Vokalschreibungen im Deutschen

Eine graphotaktische Analyse einsilbiger Nomen

Miriam Bianca Balestra

Auf Basis des Konzepts Graphotaktik entwickelt die Autorin eine Untersuchungsmethode, mit der sich das individuelle Korrespondenzverhalten von phonologischen Einheiten systematisch erforschen und flächendeckend offenlegen lässt. Dieses Konzept evaluiert die Idee, dass für die geschriebene Sprache spezielle Regeln dafür gelten, wo bestimmte Einheiten auftreten können und wie beziehungsweise ob sie mit anderen verbunden werden dürfen. Konzeptionell basiert das Verfahren auf der Annahme, dass sich das mögliche Auftreten von Verschriftlichungsvarianten für ein Phonem jeweils nur auf bestimmte graphische Kontexte erstreckt. Praktisch findet der graphotaktische Analyseapparat Anwendung, indem die Autorin existente Korrespondenzbeziehungen einer lautlichen Einheit aus spezifischen graphischen Kontexten erfragt.

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Teil B Geltungsbereich und Korpus

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0 Erschließung des Geltungsbereichs für die graphotaktische Analyse: einsilbige monomorphematische Nomen im heimischen Grundwortschatz Die Analyse von Vokalschreibungen soll sich auf den Geltungsbereich einsilbige monomorphematische Nomen im heimischen Grundwortschatz erstrecken.43 Es wäre allerdings leichtfertig, davon auszugehen, dass den Variablen, die den Gel- tungsbereich charakterisieren, eine eindeutige inhaltliche Bestimmung respektive Tragweite zugestanden werden kann. So lässt sich beispielsweise feststellen, dass Urteile über die Zugehörigkeit von Wörtern zur Kategorie Nomen in Abhängig- keit von der zugrunde gelegten theoretischen Konzeption durchaus voneinander divergieren können. Folglich gelingt es nicht, einzig durch die Benennung der Kategorie deutlich zu machen, welche Daten sie tatsächlich anspricht. Als Kon- sequenz daraus erwächst die Forderung, den einzelnen Parametern, aus denen sich der Geltungsbereich konstituiert, eine für diese Untersuchung gültige spezi- fische Lesart zukommen zu lassen. Konkret bedarf es also einer Auseinanderset- zung mit den einzelnen Konstituenten, welche den Geltungsbereich gestalten, die letztlich in individuellen konzeptionellen Fixationen für diese Arbeit zu münden hat. Diese Unternehmung ist insofern von erheblicher Relevanz, als sie die Voraus- setzung dazu schafft, für die graphotaktische Analyse ein Korpus mit wohl de- finierten Daten zusammen- und letztlich auch bereitstellen zu können. Um dieser Forderung praktisch nachzukommen, spalte ich den Geltungsbereich in zwei Komponenten auf, die ich getrennt voneinander betrachten möchte: Wortschatz- ebene und Domäne. Ersterem wird einzig die Variable heimischer Grundwortschatz zugewiesen, in die Komponente Domäne fallen die Parameter Monomorphematik, Einsilbigkeit und Nomen. Zugunsten einer Transparentmachung der...

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