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Altersgrenzen und Altersabstand zwischen Annehmenden und Anzunehmenden bei der Adoption

Bestandsaufnahme und Reformvorschlag

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Sascha Scheikholeslami-Sabzewari

Die Altersvorgaben im Adoptionsrecht sind mit der heutigen gesellschaftlichen Realität, in der Menschen immer später Eltern werden, nicht vereinbar. Der Autor analysiert adoptionsrechtliche Fragestellungen in Bezug auf die Inlands- und Auslandsadoption. Die Studie bietet vor allem durch einen Rechtsvergleich neue Erkenntnisse, die verdeutlichen, dass die aktuelle Gesetzesfassung zwingend reformbedürftig ist. Der Reformvorschlag des Autors zielt darauf ab, die Altersgrenzen im BGB ausführlicher zu normieren und durch dispensable Lösungsmöglichkeiten flexibler zu gestalten. Mit diesen Reformen steht im Vordergrund, dass die Wahrung des Kindeswohls gewährleistet wird.

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C. Rechtliche Voraussetzungen einer Adoption

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C.  Rechtliche Voraussetzungen einer Adoption

Angesichts der Tatsache, dass mit der Adoption weitreichende Folgen sowohl für den Anzunehmenden als auch für den Annehmenden und deren Familien verbunden sind, müssen Adoptionsbewerber für eine aussichtsreiche Adoption zahlreiche Voraussetzungen erfüllen. Diese sind in den §§ 1741 ff. BGB normiert. Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Abgrenzung zwischen der Minderjährigen- und der Volljährigenadoption, die von den Adoptionswilligen abweichende Befähigungsnachweise verlangen.

I.  Minderjährigenadoption

Die Annahme als Kind ist zulässig, wenn sie dem Wohl des Kindes dient und zu erwarten ist, dass zwischen dem Annehmenden und dem Kind ein Eltern-Kind-Verhältnis entsteht (§ 1741 Abs. 1 S. 1 BGB). Die Mitwirkung an einer gesetzes- oder sittenwidrigen Vermittlung oder Verbringung eines Kindes zum Zwecke der Annahme ist nicht erlaubt, es sei denn, sie ist für das Wohl des Kindes erforderlich (§ 1741 Abs. 1 S. 2 BGB). Im statusrechtlichen Sinne muss zwischen der Einzel- und Ehegattenadoption differenziert werden: Ein nicht Verheirateter kann das Kind ausschließlich alleine annehmen (Einzeladoption im Sinne von § 1741 Abs. 2 S. 1 BGB), ein Ehepaar dagegen nur gemeinschaftlich (Ehegattenadoption im Sinne von § 1741 Abs. 2 S. 2 BGB).103 Zudem muss der Anzunehmende annahmefähig sein: Das bedeutet konkret, dass dieser nicht das leibliche Kind des Annehmenden sein darf; die Stiefkindadoption ist als gesetzlicher Regelfall von § 1741 Abs. 2 S. 3 BGB anerkannt.104 Berücksichtigungsfähig ist auch die Probezeit des § 1744 BGB. Danach...

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