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Altersgrenzen und Altersabstand zwischen Annehmenden und Anzunehmenden bei der Adoption

Bestandsaufnahme und Reformvorschlag

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Sascha Scheikholeslami-Sabzewari

Die Altersvorgaben im Adoptionsrecht sind mit der heutigen gesellschaftlichen Realität, in der Menschen immer später Eltern werden, nicht vereinbar. Der Autor analysiert adoptionsrechtliche Fragestellungen in Bezug auf die Inlands- und Auslandsadoption. Die Studie bietet vor allem durch einen Rechtsvergleich neue Erkenntnisse, die verdeutlichen, dass die aktuelle Gesetzesfassung zwingend reformbedürftig ist. Der Reformvorschlag des Autors zielt darauf ab, die Altersgrenzen im BGB ausführlicher zu normieren und durch dispensable Lösungsmöglichkeiten flexibler zu gestalten. Mit diesen Reformen steht im Vordergrund, dass die Wahrung des Kindeswohls gewährleistet wird.

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G. Fazit

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G.  Fazit

Es sollte ermittelt werden, inwieweit die aktuell geltenden adoptionsrechtlichen Altersgrenzen den heutigen gesellschaftlichen Gegebenheiten entsprechen. Zu diesem Zweck wurde einerseits das in § 1743 BGB normierte Mindestalter und andererseits der gesetzlich nicht geregelte Mindest- und Höchstaltersabstand auf (verfassungs-)rechtliche Bedenken hin untersucht. Diese Frage muss differenziert beantwortet werden.

Was das Mindestalter in § 1743 BGB betrifft, so konnte anhand der Ausführungen gezeigt werden, dass die 1971 bzw. 1973 vorgenommene Alterssenkung von 50 Jahren auf nunmehr 25 Jahre der Zwecksetzung des heutigen Adoptionsrechts – Wahrung des Kindeswohls – entspricht und im Sinne von Art. 9 Abs. 1 S. 2 EuAdAb europarechtskonform ist. Kumulativ zu dieser Voraussetzung sollten verheiratete Ehegatten bei der gemeinschaftlichen Adoption eine Mindestehedauer von drei Jahren nachweisen können. Damit soll sichergestellt werden, dass stabile Familienverhältnisse vorliegen und die Adoptionsbewerber die persönliche und erzieherische Befähigung zur Kindesannahme besitzen. Das Gleiche gilt für die Stiefkindadoption.

Um ein flexibleres Adoptionsverfahren zu gewährleisten, sollte zusätzlich – wie schon nach § 1744 BGB a.F. – ein Mindestaltersabstand von 18 Jahren normiert werden. Auch dieses Erfordernis wird aus dem Grundsatz des Kindeswohls abgeleitet und stellt das zwischen Kind und Annehmenden notwendige Autoritätsverhältnis sicher. Um aber verfassungsrechtlichen Gesichtspunkten gerecht zu werden, muss von dieser Altersgrenze ein Dispens möglich sein, wenn wichtige Gründe vorliegen und das Kindeswohl nicht gefährdet wird.

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